Spaghetti Vongole – die Muschelzeit beginnt JETZT!

Auf geht’s in die MUSCHELZEIT – MONATE MIT “R“ und ein ganz wunderbares Rezept für Spaghetti Vongole

Habt Ihr dieses Jahr schon Muscheln gegessen? Nein? Dann wird’s Zeit!
Ich liebe Spaghetti Vongole und eröffne meistens auch für mich die Muschelsaison damit.
Die schmackhaften Schalentiere haben jetzt wieder Saison. Sie haben kaum Kalorien und sind trotzdem sehr intensiv im Geschmack. Jährlich gewinnen diese kleine Tierchen an Muschelfans dazu.

Rezept Spaghetti Vongole

Entscheidend ist das “R“ im Monatsname

Die beliebte Muschelzeit beginnt mit dem Monat September. Er ist der erste Monat mit einem “R“.
Im  April neigt sich die Muschelzeit dann wieder dem Ende zu und die Liebhaber müssen sich wieder vier Monate gedulden bis es wieder soweit ist – aber was gibt es schon schöneres als die Vorfreude *jaaaa*

Warum gibt es diese “R-Regel“ eigentlich? Stimmt das noch oder woher kommt sie überhaupt?

In den warmen Monaten von Mai bis August vermehren sich die Algen und bilden sogenannte Bio-Toxine. Da sich Muscheln von Algen ernähren, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man mit dem Verzehr der eigentlich gesunden Muscheln genau diese Bio-Toxine aufnimmt. Auf solche Vergiftungen reagiert unser Körper sehr heftig.

Es gibt unzählige Muschelsorten wie beispielsweise Jakobsmuscheln, Mies- und Venus-Muscheln. Wer bei uns Muscheln bestellt, meint in erster Linie Mies- oder Venusmuscheln.
Dabei ist der Begriff “Mies“ kein negatives Qualitätsmerkmal. Im Mittelalter war „Mies“ der Ausdruck für „Moos“, was eigentlich die Algen meinte, die die Schalentiere bedeckten.

In Europa kommen jährlich mehr als 100.000 Tonnen der kleinen Meerestiere auf den Tisch. Allein 60.000 Tonnen davon stammen aus den Niederlanden. Ein weiterer Großlieferant für Muscheln ist das deutsche Wattenmeer.

Es war einmal… oder doch nicht?

Muscheln jeglicher Art gelten, was die Lagerung und den Transport betrifft, als äußerst empfindliches Lebensmittel. Auch das war lange ein Grund, warum es in den Monaten ohne “R“ keine Muscheln gab. Muscheln, die ja bis zum Verzehr noch leben, sind leicht verderblich und können keine Wärme oder eine längere Unterbrechung der Kühlkette vertragen. Dank neuester Techniken, kann man aber diesen Aspekt getrost vernachlässigen und auch mal im Sommer die ein oder andere Venusmuschel genießen. Also ab zum Muscheldealer Deines Vertrauens 😉

Muschelvielfalt

Muscheln können also durchaus längere Reisezeiten in Kauf nehmen. Aus diesem Grund sollte man neben den verbreiteten Miesmuscheln auf Holland auch mal zu den größeren, gelb-fleischigen Exemplaren aus Spanien greifen. Auch sehr lecker sind die kleineren Bouchon Muscheln aus der bretonischen Gegend um Mont-Saint-Michel. Sie sind einfach großartig. Ich liebe diese kleinen Dinger und esse wann immer es welche gibt Spaghetti mit Muscheln 🙂

Die Venusmuschel…

Rezept Spaghetti Vongole

Fast alle hier im Handel erhältlichen Vongole (Venusmuscheln) stammen aus der Lagune südlich von Venedig.
Die Vorstellung, dass aus dieser venezianischen Brühe genießbare Muscheln kommen, fand ich etwas gruselig und nicht ganz so appetitlich. Deshalb habe ich mich auf die Suche begeben wo gute und genießbare Venusmuscheln herkommen und wo es diese zu erwerben gib.

Goro ist das Mekka der für guten Fisch und leckeres aus dem Meer

Meine Recherche hat ergeben, dass es im italienische Goro, mitten im Po-Delta einen berühmten Fischmarkt gibt, auf dem auch deutsche Händler ihre Ware kaufen. Auf dem Markt der 4.000 Seelengemeinde werden die Auktionen noch traditionell, also„nach Gehör“ durchgeführt. Und die Nachfrage bei meinem Lieblingsfischhändler – dem Frische Paradies Stuttgart ergab, dass sie genau diese Vongole zum Verkauf anbieten. Was will ich sagen, sie hatten mich an der Backe 🙂 Viva la Spaghetti Vongole *yiiieeepie*

spaghetti_vongole Rezept

Teppichmuschel oder Vongole al mare?

Sofort dort gekauft sagt das Etikett, dass es sich bei diesen Venusmuscheln um die höherwertigen Teppichmuscheln handelt, die gezüchteten Tapes „semi decussatos“.
Etwas Theorie vorweg: Teppichmuscheln sind größer und fleischiger als die kleineren „Vongole di mare“.
Mehr zu diesem Thema „Muschelaufklärung“ gibt es bei „Vorax“, einer ganz großartigen Website mit einer 14-tägigen Food-Kolumne von Kurt Bracharz…sehr lesenswert 🙂

Um die Muschelzeit adäquat zu eröffnen, habe ich mir einen italienischen Klassiker ausgesucht: Spaghetti Vongole…

Fast Food aus dem Meer

Spaghetti Vongole fallen für mich schon fast unter Fast Food 🙂 sie sind so unglaublich lecker und sooooo schnell zubereitet. Noch ehe die Spaghetti gar sind, ist auch schon das Sugo mit den Muscheln gegart.

In Italien unterscheidet man zwischen zwei Varianten: al pomodoro, d.h. mit einer Tomatensoße oder al bianco, bedeutet mit etwas Weißwein und im eigenen Saft gegart.
Meine salomonische Mittelvariante geht so: Muscheln gedünstet in ihrem eigenen Saft und etwas Weißwein, das Ganze angereichert mit ein paar frischen Tomaten. Zum Schluss noch ein kleiner Schuss Vermut.

Rezept Spaghetti Vongole

Spaghetti alle vongole - Fast food aus dem Meer
 
Zutaten
  • 400 Spaghetti, alternativ Bavette oder Linguine
  • 1 kg frische Vongole „Veraci“
  • 1 EL Butter
  • 2-3 rote, gelbe oder grüne Chili
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 1 Glas trockener Weißwein
  • 2 EL Zitronensaft
  • 10 Cocktailtomaten, halbiert
  • Noily Prat (Vermut) nach Belieben
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz
Zubereitung
  1. ...für die Vorbereitung der Muscheln

  2. Spaghetti Vongole Zutaten

  3. Muscheln sorgfältig putzen, geöffnete und beschädigte Muscheln entfernen.
  4. Die Muscheln für mindestens eine Stunde in kaltes Salzwasser legen und eine aufgeschnittene Chillischote dazu geben. Durch das Capsaicin der Chillis und der Meereswasser-Simulation öffnen sich die Muscheln und geben den eingeschlossenen Sand frei.

  5. Rezept Spaghetti Vongole

  6. Muscheln die nicht geschlossen oder beschädigt sind aussortieren.
  7. Danach noch einmal gut abbrausen. Jetzt sind die Vongole genussfertig.
  8. Die Muscheln in einem Sieb gut abtropfen lassen.

  9. Zwiebeln und Knoblauch schälen und klein hacken.
  10. Chili halbieren, Kerne entfernen und in feine Streifen schneiden.
  11. Cocktailtomaten halbieren oder vierteln, je nach Belieben.
  12. Petersilie waschen, zupfen und hacken.

  13. Rezept Spaghetti Vongole

  14. Ich verwende für Spaghetti Vongole immer gerne den Wok, weil er ausreichend Platz für alles bietet – der Deckel wird ebenfalls benötigt.

  15. Butter auf mittlerer Hitze erwärmen, Zwiebeln, Knobi und Chilli dazu und andünsten, aber nicht braun werden lassen.

  16. Zwischenzeitlich das Nudelwasser erhitzen und die Nudeln ins kochende Salzwasser geben, immer wieder umrühren.
  17. Die Spaghetti benötigen laut Packungsangabe 11 Minuten, da wir sie wirklich „al dente“ brauchen, sollten sie höchstens 8 Minuten kochen - sie garen ja bei den Muscheln weiter.

  18. Wenn die Nudeln im Wasser sind, die Muscheln, die Tomaten und den Wein zugeben, Deckel drauf und nur solange garen, bis alle Muscheln geöffnet sind (ca. 5 Minuten). Ab und zu rütteln. Geschlossene Muscheln jetzt bitte aussortieren.

  19. Rezept Spaghetti Vongole

  20. Die Pasta abgießen und sofort unter die Muscheln rühren, mit Noilly Prat (Vermut), Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterrühren.


Rezept Spaghetti Vongole

Schon ist das Gericht Spaghetti Vongole fertig und mit einem kräftigen Weißwein aus Italien oder einem Riesling lässt diese Pasta keinen Raum für weitere Wünsche…

„Isch verspreche Euch, das dieses Gericht ist nischt schlecht wie Flasche leer.
Finito, isch aaabe fääärtisch!“

So die frei interpretierten Worte eines wunderbaren und emotionalen italienischen Fußballtrainers, der sich in die bayrischen Lande verirrt hat 🙂

Rezept Spaghetti Vongole

Ich bin gespannt was Du zu diesem Gericht sagt. Ich freu mich natürlich immer über eine Rückmeldung von Dir 🙂

Sooo… Dean Martin im Ohr…. „Volare, oh oh…Cantare, oh oh oh oh…!“

Ein bisschen mehr Italien gibt es hier…

Lass es Dir gut gehen und buon appetito!!!

Deine Julia

3 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    ich liebe Muscheln,habe sie schon oft im Restaurant gegessen,aber selber noch nicht zuberreitet,,,,das wird sich jetzt ändern,,,
    Danke für das tolle Rezept,,
    LG…Bille

    • Liebe Bille, Muscheln kann man wirklich sehr einfach selbst kochen… wenn Du es einmal versucht hast, wirst Du nicht wieder davon loskommen 😉

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