Originalrezept für Galette bretonnes – so wunderbar einfach kann Essen sein!

Jeder kennt sie und die meisten Menschen lieben sie: Crêpes!
Aaaaber was um Himmels Willen sind eigentlich Galettes ?

Galettes vs. Crêpes

Heute will ich Dir meine herzhaften Crêpes vorstellen, auch Galettes Bretonnes genannt, die typischerweise aus Buchweizenmehl hergestellt werden.

Mittlerweile bin ich schon wieder etwas amüsiert, aber wenn ich bei der Crêpe Bude nachfrage, ob sie den gleichen Teig für Galette und Crêpe benutzen, erhalte ich meist ein etwas verdutztes „Ja, was sonst“. Jeder Bretone würde sich bei der Antwort im Grabe umdrehen!

Daher möchte ich für alle, die einmal das Originalrezept ausprobieren möchten, das echte und wirklich typisch bretonische Galettes Original-Rezept aus der Bretagne vorstellen.

Galettes Originalrezept mit Buchweizen

Galettes bretonnes vs. Crêpes – alles das Gleiche oder was ?

Eine Galette (Bretonisch Krampouezhenn) ist ein aus der Bretagne stammender Buchweizenpfannkuchen. Er ist die herzhafte Variante der im deutschen Sprachraum bekannteren Crêpe.

Für alle süßen Crêpes verwendet man Weizenmehl (blé oder froment) und für alle herzhaften Crêpes nimmt man Buchweizenmehl (sarrasin oder blé noir). Dann heißen sie nicht mehr Crêpes, sondern Galettes.

Unbedint Buchweizenmehl

Traditionell besteht der Teig nur aus Buchweizenmehl, Salz und Wasser.
Dadurch erhält er eine graue Farbe. In manchen abgewandelten Rezepten kommen Eier, Milch, Honig oder etwas Öl in den Teig. Außerdem wird der Geschmack teilweise mit Weizenmehl im Verhältnis 1:10 bis 1:2 zum Buchweizenmehl abgerundet.

Im Departement Finistère, ganz im Nordwesten der Bretagne spricht man jedoch in der Regel nicht von Galettes, vielleicht um eine Verwechselung mit den gleichnamigen bretonischen Butterkeksen zu vermeiden. Stattdessen nennt man sie hier “Crêpes au froment” für die Weizenvariante bzw. “Crêpes au blé noir” oder “Crêpes au sarrasin”, wenn der Teig ausschließlich mit Buchweizenmehl hergestellt wurde.

Die Herstellung des Grundteigs

In den meisten Rezepten wird der Grundteig heutzutage aus Weizenmehl angerührt, der sich grundsätzlich für beide Sorten Crêpes eignet, aber ich möchte Dir ja heute das Rezept für original bretonische Galettes verraten.
Galettes sind sehr dünn und werden traditionell auf einer runden Eisenplatte zubereitet, die über Gas erhitzt wird.

In den heutigen Küchen eignen sich hierfür auch eine große beschichtete Pfanne oder noch besser ein elektrisches und beschichtetes Crêpes-Eisen oder eine Crêpes-Platte und dazu möchte ich auch meine abolute Empfehlung aussprechen. Ich erziele damit die besten Ergebnisse. In den Herbst und Wintermonaten gibt es die bei vielen Herstellern in Angebot und auch günstige Hersteller sind hier schon gut.

Galettes Originalrezept mit BuchweizenGalettes Originalrezept mit Buchweizen

Mit oder ohne Milch

Die Galettes sind wesentlich schwieriger herzustellen und auf der Platte zu verteilen als ihre süßen Verwandten, das liegt daran, dass im Original Rezept keine Milch enthalten ist.

Mein Tipp: Gib bloß nicht auf, wenn die ersten Galettes etwas unschön sind, weitermachen, das wird schon und ganz ehrlich, wer braucht schon DIN geformte Galettes 😉

Damit die Galettes annähernd dünn und gleichmäßig werden, wird der flüssige Teig sehr schnell mit einem Schieber (Teigrechen) im Uhrzeigersinn verstrichen, was einige Übung erfordert, aber es ist ja genügend Teig da, um genau das zu üben. Ich bin mir sicher, Du schafft das 😉

Da der Teig meist geschmacksneutral ist oder mit wenig Salz zubereitet wird, wird die Galettes zum Schluss mit ein wenig gesalzener Butter bestrichen. Wunderbar…

Galettes vertrieben böse Geister und die kalte Jahreszeit

Hinter den Galettes bzw. Crêpes verbirgt sich aber auch eine alte, heidnische Tradition:
Man erzählt sich, dass am 2. Februar, dem Fest der Mariä Lichtmess (La fête de la Chandeleur) runde, flache Brote ausgeteilt wurden. Galettes bzw. Crêpes sollen daran erinnern, die mit ihrer runden Form auch die Sonne symbolisieren. Die kalte Jahreszeit und die bösen, garstigen Geister sollten an diesem Tag vertrieben werden. Benutzt wurde das Mehl aus dem Vorjahr und gebacken wurden die Crêpes vor der neuen Aussaat.

Mit was werden die Galettes belegt?

Die originale Galette wird mit einem Ei, geriebenen Emmentaler, Schinken und eingekochten Tomaten serviert. Aber auch jede andere Zutat ist dafür geeignet wie beispielsweise Rost Beef, gedünsteter Spinat, Hummus oder andere gedünstete oder eingekochte Gemüsesorten. In der Bretagne wird die Galette sehr gern nur mit Emmentaler gebacken und später dann mit einer Thunfischcreme serviert. Probiert das doch einfach mal aus, es gibt so viele wunderbare Varianten, aber Emmentaler sollte nie fehlen! Außer Ihr ernährt Euch vegan, dann muss der Belag für die Galette natürlich angepasst werden.

Servieren der Galettes

Ein frisches Baguette mit französischer salziger Butter kann ich als Vorspeise sehr dazu empfehlen. Hier eignet sich am besten gesalzene Butter französischer Hersteller,  da die deutschen Buttermarken weniger Salzanteil haben – ich mache sie meistens selbst mit grobem Meersalz. Als Getränk sollte ein herber Cidre nicht fehlen. Den herben Cidre erhälst Du in Deutschland gut bei Jaque’s Weindepot oder im Biomarkt, die süße Variante ist in fast jedem Getränkemarkt zu erhalten. Typischerweise wird der Cidre aus einer Tasse getrunken bzw. einem Henkelglas – für alle Schwaben: „Des hemma do dahoim, gell“ 🙂

 Galettes Originalrezept mit Buchweizen

Originalrezept für Galette bretonnes
 
Zutaten
  • …für 10 Personen

  • …für den Teig
  • 330 g Buchweizenmehl (im gutsortierten Supermarkt erhältlich oder im Bio-Markt)
  • 1 Prise Salz
  • 750 ml Wasser
  • 50 g salzige Butter
  • 1 Ei (für die schöne Farbe, Veganer können das Ei weglassen)

  • …für den Belag
  • 10 Scheiben Emmentaler, sehr gut schmeckt aber auch Gruyère oder Appenzeller oder ein schöner würziger Bergkäse, Ziegenkäse etc.
  • Nach Bedarf Eier, die zu Spiegeleiern gebraten werden
  • 500 g Tomaten
  • Je 10 Scheiben gekochter oder roher Schinken z.B. Landschinken

  • …vegane Variante
  • 500g gedünsteter Blattspinat
  • Hummus, Nussmuse: sehr lecker ist hier Mandel oder Cashewnussmus
  • 2 Rote Beete in dünne Scheiben gehobelt
  • Meerrettich
  • 1-2 gedünsteter Kohlrabi oder Kürbis in Scheiben gehobelt
  • 200 g braune Champignons

  • ...für den Beilagensalat
  • 500 g Tomaten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 2 EL Essig
  • 6 EL Öl
  • Salz, Pfeffer
Zubereitung
  1. …für den Teig
  2. Das Mehl mit einer Prise Salz vermengen
  3. Wasser nach und nach hinzufügen bis eine gute Konsistenz entsteht. Der Teig muss sehr flüssig sein
  4. Das Ei noch hinzufügen und den fertig gemischten Teig für mindestens zwei Stunden ruhen lassen.…
  5. Ich bereite den Teig auch gern schon am Vorabend zu und lasse ihn dann im Kühlschrank übernachten.
  6. Bevor Du Teig verwendest, nimm ihn mindestens eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annimmt.
  7. Erst dann wird die geschmolzene Butter hinzugegeben.
  8. Die Platte anheizen und mit etwas Butter bepinseln
  9. Mit einer Schöpfkelle Teig auf die Platte geben und die Galette wenden wenn sich die Ränder lösen
  10. Ich backe die Galettes zuerst komplett fertig und halte sie im Ofen bei ca. 100 °C warm.
  11. Es ist ein tolles Essen wenn Du viele Gäste hast, weil Du alles gut vorbereiten kannst.
  12. Den Belag richte ich auf verschiedenen Platten hübsch an, ganz nach Belieben eine Käseplatte, eine Schinkenplatte, Salami etc und eine Platte bzw. Schälchen mit den verschiedenen gedünsteten Gemüsesorten.

  13. So wird die Galettes hergerichtet: eine halbe Scheibe Schinken, eine Scheibe Käse und 2 dünne Scheiben Tomaten in die Mitte der Galette geben, die Ränder vier- oder sechseckig zusammenfalten und schon ist sie fertig

  14. Für die Variante mit dem Spiegelei backe ich in einer Pfanne für jeden die Spiegeleier aus.
  15. Solltet Ihr unbedingt mal probieren, schmeckt sehr lecker.

  16. ...für den Beilagensalat
  17. Tomaten und Zwiebeln würfeln
  18. Petersilie fein hacken
  19. Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette herstellen und den Salat gut damit abschmecken.

Noch eine neue abgewandelte Variante MIT Milch
 
Zutaten
  • …für 4 Personen (ergibt ca. 12 Portionen)
  • …für den Teig
  • 250 g Buchweizenmehl
  • 1 Ei
  • 350 ml Milch
  • 350 ml kaltes Wasser
  • 3 Tl Salz
  • 50 g Butter (geschmolzen, lauwarm)

  • …für den Belag
  • 12 Scheiben Schinken (roh oder gekocht)
  • 12 Scheiben Emmentaler
  • 2 Tomaten in dünnen Scheiben
  • 500 g Champignons
  • Speck
  • Kräuter
Zubereitung
  1. Das Buchweizenmehl mit dem Salz, dem Ei und der Milch verquirlen, bis der Teig glatt ist.
  2. Dann das Wasser und anschließend die geschmolzene Butter einarbeiten, eine Stunde ruhen lassen.
  3. Eine große beschichtete Crêpe-Pfanne oder -Platte erhitzen. Vom Herd nehmen, eine ¾ Schöpfkelle Teig hineingeben, gleichmäßig mit dem Rechen verteilen und wieder auf die heiße Herdplatte stellen. Wenn die Ränder sich lösen, die Galette wenden.
  4. Eine halbe Scheibe Schinken, eine Scheibe Käse und 2 dünne Scheiben Tomaten in die Mitte der Galettes geben, die Ränder einklappen, Pfannkuchen zusammenfalten und herausnehmen

Galettes Originalrezept mit Buchweizen

 Sooo, jetzt lass es Dir schmecken.

Ein bisschen Frankreich findest Du noch hier

Vielleicht noch ein bisschen stöbern bei meinen Blogger Kollegen

Bon appetit!

Und wenn Du es ausprobiert hast, würde mich sehr über eine Rückmeldung von Dir freuen!!!

Liebe Grüße
Julia

6 Kommentare

  1. Hallo Julia,,,mal wieder ein interessantes außergewöhnliches Rezept,,,
    danke dafür,,und die Fotos super schön,,,
    LG.Bille

  2. Hallo Julia,,
    Wünsche Dir einen schönen 1.Advent,,
    LG.Bille

  3. Genauso kenne ich Galettes aus der Bretagne! Danke für das Rezept!

    • Hey Kai, sehr sehr gerne… das freut mich, dass das Rezept dem entspricht, dass Du kennst… hab auch lange in der Bretagne danach gesucht und bin dabei auf einige Rezepte gestoßen… fand das am Besten… LG Julia

Schreib hier Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*