Selbstgemachter Lebkuchen: Weihnachtsgebäck mit Tradition

Eine schöne Komposition aus Nüssen, Zimt, Gewürznelken, Koriander, Kardamom, sowie ein Hauch anderer Gewürze, dazu Honig und kandierte Früchte sind ganz charakteristische Zutaten für Elisenlebkuchen. Deshalb gibt es von mir heute ein ganz einfaches Rezept für selbstgemachter Lebkuchen – ganz ohne Mehl.

Der Lebkuchen ist ein Weihnachtsgebäck mit langer Tradition und zwar nicht nur bei uns. Auch die Ägypter und die Römer aßen Honigkuchen.

Ganz egal ob weicher Elisenlebkuchen oder das Lebkuchenherz vom Weihnachtsmarkt, allein sein leckerer Geruch begeistert uns. Beißt man erst mal hinein, breitet sich dieser unglaublich leckere und weiche Teig im Mund aus und verbreitet diesen unglaublich harmonischen und würzigen Geschmack…  Aber wem haben wir eigentlich diesen Genuss zu verdanken und warum heißt der Lebkuchen überhaupt „Lebkuchen“?

Elisenlebkuchen

Warum essen wir an Weihnachten eigentlich selbstgemachten Lebkuchen?

Bei  Lebkuchen fallen mir Stichworte ein wie Winter, Schnee, kalte Tage, heißen Tee, Glühwein und natürlich auch Weihnachtszeit.
In anderen Ländern wird der Lebkuchen das ganze Jahr über gegessen, einzig in Deutschland ist er typisch für die Weihnachtszeit. Aber warum ist das so?

Elisenlebkuchen

Vorräte für die Winterzeit

In der kalten Winterzeit gab es früher weniger zu essen als heute.
Früchte wurden im Sommer geernet, sie einfach zu lagern war aufgrund der Kälte nicht möglich. Es mussten also Lösungen her, wie das Essen haltbar gemacht werden konnte.
Die Bauern legten Vorräte an, um über den Winter zu kommen. Gebäck eignete sich dafür sehr gut, außerdem war es, das viele Fett sorgte für längere Haltbarkeit.

Auch die Kelten kannten Lebkuchen

Auch die Kelten feierten ein Fest Ende Dezember, die Wintersonnwende. Und um die Menschen vor bösen Geistern zu schützen, versuchten sie mit Fladen und Honig die Götter gnädig zu stimmen.

Elisenlebkuchen

Lebkuchen im Kloster

Im Mittelalter wurde Lebkuchen fast ausschließlich in Klöstern gebacken, weil nur diese die nötigen Ressourcen hatten, um sich teure Gewürze zu leisten zum anderen feierte man die Geburt Christi. Zum Dank dafür wurde das Gebäck oftmals an Arme oder Kirchengänger verteilt. Um 1850 wurden Lebkuchen auch zunehmend in Familienküchen populär.

Daran, dass Lebkuchen hauptsächlich zur Weihnachtszeit beliebt sind, hat sich seit den Kelten nichts geändert.

Warum eigentlich „Lebkuchen“?

Auch wenn manche Schleckermäulchen Lebkuchen vielleicht für ihr Leben gern essen oder ohne gar nicht leben können, hat Lebkuchen eher nichts mit dem „Leben“ an sich zu tun. Der Name geht zurück auf das lateinische „libum“, was übersetzt so viel heißt, wie Opferkuchen. Aber hier gehen die wissenschaftlichen Meinungen etwas auseinander, sodass manche auch die Abstammung des Begriffes von dem Laib, wie beispielsweise bei „Brotlaib“ für wahrscheinlich halten.
Vor allem im Osten Deutschlands nennt man Lebkuchen auch Pfefferkuchen. Hier fällt die Zuordnung des Namens wesentlich einfacher… Im Mittelalter wurden nämlich ganz viele Gewürze einfach als Pfeffer bezeichnet und da Pfefferkuchen ja noch einiges mehr enthält, ist klar woher diese Bezeichnung kommt.

Elisenlebkuchen

Spielt Ingwer eine Rolle?

Das englische „Gingerbread“, dass aus dem Mittelalter stammt heißt schlicht und einfach „eingemachter Ingwer“ und ist abgeleitet vom alt-französischen „gingebras“, das wiederum vom lateinischen Namen „cingebar“ kommt.
Dieses Wort wurde im 15. Jahrhundert für eine Art Kuchen verwendet, der aus Melasse und Ingwer-Gewürz zubereitet wurde. In dieser Zeit entdeckte man außerdem die konservierende Wirkung von Ingwer, wenn man ihn in Brot oder Backwaren hinzufügte. Was auch dazu führte, dass unzähligen Rezepten für Ingwer-Kuchen, Ingwer-Keksen und Gewürzbroten entwickelt wurden.

Die Geschichte des Lebkuchens

Schon die Menschen der Antike kannten die ersten Vorläufer des heutigen Lebkuchens und schon damals waren die Menschen begeistert. Die ersten schriftlichen Hinweise darauf sind auf das Jahr 350 vor Christus zu finden. Bereits die Ägypter aßen Honigkuchen und legten sie  Verstorbenen als „Wegzehrung“ mit ins Grab. Aber auch die Römer wussten was gut ist und bestrichen ihre Kuchen vor dem Backen mit Honig. Allerdings wurden diese Kuchen ganzjährig gegessen.

Elisenlebkuchen

Die Mönche waren es…

Im 12. Jahrhundert nahm dann der Lebkuchen die Form an, in der wir ihn heute kennen. Erfunden wurde er in der belgischen Gemeinde Dinant. Aber wie alles was gut ist, fand er schnell seinen Weg von Belgien nach Aachen und die fränkischen Klöster. Die Mönche liebten dieses Gebäck nicht nur wegen ihres Geschmacks, Lebkuchen können ziemlich lange aufbewahrt werden können. In schlechten Zeiten, verteilten die Klöster die Lebkuchen auch an ihre Mitmenschen, in guten Zeiten, war es eine einfache Leckerei ;).
Wie Du siehst, war der Lebkuchen zu Beginn seiner kulinarischen Laufbahn eher auf die Klöster beschränkt, daher stammt übrigens auch die Version mit der Oblate. Neben der Herstellung der Hostien hat man ganz praktisch einfach den klebrigen Lebkuchenteig auf den feinen Teigplättchen platziert und ausgebacken.

Der Lebkuchen wurde immer bekannter und beliebter… die Reise geht weiter…

Lebkuchen war zu Beginn eine Rummelplatz- und Volksfest-Leckerei.
In dieser Zeit entstanden auch die für die einzelnen Jahreszeiten hergestellten Lebkuchen in den verschiedene Formen: Blumen im Frühjahr zu Ostern oder Tiere und Vögel im Herbst. Es entwickelten sich auch regional einige Lebkuchen-Bräuche, wie z. B. in vielen Gegenden in England: Dort gibt es für unverheiratete Mädchen den Brauch, „Lebkuchen-Ehemänner“ zu kaufen und zu essen, was heißt, dass sich ihre Chance auf einen echten Ehemann vergrößert.

Da der Lebkuchen immer beliebter wurde, musste er natürlich auch gehandelt werden und das geschah zunächst an  großen Handelsknotenpunkten wie Nürnberg, Augsburg, Ulm oder auch Köln. Zur Herstellung benötigte man exotische Gewürze, die an diesen Orten eher problemlos zu bekommen waren.

Elisenlebkuchen

Immer mehr Variationen…

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Produktion von Lebkuchen, nicht nur aufgrund der Erfindung des Backpulvers.
Die Gebrüder Grimm trugen für ihre berühmte Märchensammlung zusammen, so wurde ihnen auch die Geschichte von Hänsel und Gretel zugetragen. Die Geschichte zweier Kindern, die von ihren mittellosen Eltern im Wald ausgesetzt wurden und dort ein Haus aus Lebkuchen und Zucker fanden.
Diese Geschichte war bei uns der Beginn von eindrucksvollsten Lebkuchen-Konstruktionen in der Weihnachtszeit. Dieser Brauch der „Lebkuchen-Häuschen“ setzte sich übrigens neben Deutschland nur in Nordamerika durch wo sie als Lebkuchen-Tradition von den vielen Siedlern aus Nordeuropa in Familien-Rezepten und Gebräuchen mitgebracht worden.

In all den Jahren entstanden aus dem Pfefferkuchen ganz viele Varianten.
Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann durch die Entdeckung des Backpulvers noch viele mehr dazu.

Elisenlebkuchen

Selbstgemachter Lebkuchen und seine klassischen Zutaten

Die Beliebtheit des klassischen Lebkuchens ist trotz seinen vielfältigen Abwandlungen nach wir vor ungebrochen. Bei uns wird für den klassischen Lebkuchen als Grundzutat überwiegend Weizenmehl verwendet und zum Süßen natürlich Honig. Seinen typischen Geschmack erhält der Lebkuchen dann durch die exotischen Gewürze, wie Zimt, Nelken, häufig auch durch Kardamom, Ingwer oder Koriander. Verfeinert wird der Lebkuchen dann mit noch mit gemahlenen Nüssen, Orangeat oder Zitronat. Zum Abschluss wird er dann noch mit Zucker- oder Schokoladenguss überzogen. Hefe kannst Du in Lebkuchen übrigens nicht finden. Hier verwendet man als Backtriebmittel in der Regel Hirschhornsalz oder „Pottasche“, die nichts anderes ist als Kaliumkarbonat.

Aber Lebkuchen ist nicht gleich Lebkuchen

Da bei uns ja so ziemlich alles geregelt ist, gibt es auch eine strenge Richtlinien und Qualitätsvorschriften die die Zutaten und die Herstellung der verschiedenen Lebkuchenvarianten festlegt. So darf beispielsweise der Elisenlebkuchen nur maximal 10 Prozent Mehl und mindestens 25 Prozent Nüsse enthalten.

Elisenlebkuchen zählen bei uns zur hohen Backkunst. Den Grund warum Lebkuchen zur hohen Backkunst gehört, verstehe ich zwar nicht ganz, aber gut.
Elisenlebkuchen schmeckt einfach lecker und sie sind eine besonders feine und bekömmliche Variante, da sie gänzlich ohne Mehl auskommen und nur auf den Geschmack auserwählter Zutaten setzen.

Elisenlebkuchen

Lebkuchen kann jeder!

Anders wie Stollen oder Plätzchen geht der Trend beim Lebkuchen backen leider eher zum Kaufen. Das liegt vielleicht daran, dass viele glauben, der Lebkuchenteig sei schwer zu verarbeiten – aber mit einem Löffel geht das ganz einfach.
Früher hat man mit dieser Aufgabe die Küchenknechte beauftragt, die den Teig teilweise mit ihren Füßen ordentlich durchgewalgt haben.  Aber dank vieler elektronischer Helferlein ist das heute alles ziemlich einfach geworden und Du solltest es unbedingt mal ausprobieren.
Also nichts wie ran an die Teigschüssel… erst wenn Du es einmal ausprobiert hast, kannst Du entscheiden, ob es schwierig ist oder nicht Lebkuchen selbst herzustellen.

Das Rezept

Elisenlebkuchen
 
Zutaten
  • ..für ca. 30 Stück
  • 2 Eier
  • 200 Gramm Zucker
  • 1 Esslöffel gemahlener Zimt
  • ½ Teelöffel gemahlene Gewürznelken
  • 125 Gramm gemahlene Mandeln
  • 100 Gramm gemahlene Haselnüsse
  • geriebene Schale einer unbehandelten Orange
  • 40 Gramm Orangeat
  • 30 Gramm Zitronat

  • 25-30 Oblaten mit einem Durchmesser von 6 bis 8 cm
  • 150 Gramm Puderzucker oder Kuvertüre
Zubereitung
  1. So geht's
  2. In einer Schüssel wiegst Du die Zutaten ab und mischst die Gewürze, die Mandeln und Haselnüsse, die Orangenschale, Orangeat und Zitronat ordentlich durch.

  3. In einer weiteren Schüssel schlägst Du die Eier mit dem Handmixer schaumig und gibst nach und nach den Zucker dazu bis eine cremige Masse entstanden ist.

  4. Dann rührst Du die Nuss-Gewürzmischung hinzu und rührst alles gut unter.

  5. Den Teig anschließend abgedeckt ca. 3 Stunden ruhen und trocknen lassen.

  6. Den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen:

  7. Ein Backblech mit Bachpapier auslegen:
  8. Die Oblaten nimmst Du am Besten in die Hand und bringst jetzt den etwas klebrigen Teig mit einem Löffel auf.

  9. Auf mittlerer Schiene werden die Lebkuchen jetzt 20 bis 25 Minuten gebacken.

  10. Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.

  11. Den Überzug kannst Du machen wie Du willst: Entweder schmilzt Du die Kuvertüre im Wasserbad oder aber Du vermischst Puderzucker mit Wasser und pinselst die Lebkuchen damit ein.

 

Elisenlebkuchen

Samma denn scho durch?

Huuuiiii das war ganz schön viel Info – aber ich fand spannend 🙂
Jeder kennt ihn, aber kaum jemand weiß etwas darüber…
Du bist jetzt ganz vorne mit dabei…

Welche Sorte von Lebkuchen bäckst Du oder kaufst Du ihn?
Verrate es mir in den Kommentaren… ich freu mich.

Elisenlebkuchen

Meine Weiterlesetipps heute:

Dazu passt ganz wunderbar ein Glühwein… auch selbstgemacht.

Sooo, das war’s… für heute… übermorgen geht’s weiter und ich freu mich, dass Du da bist.
Lass es Dir bis dahin gut gehen und vergesse das genießen nicht…

Bis bald
Deine Julia

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6 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Verlinkungen zu meinen Lebkuchen-Cupcakes. ❤️

    Ich wünsche dir eine schöne Woche.

    Liebe Grüße
    Anne

  2. Hallo Julia,
    Vielen Dank für das tolle Rezept. Hast du vielleicht eine Idee was man statt Backoblaten als Unterlage nehmen kann? Bin gerade nach Pennsylvania gezogen und finde es hier nicht, möchte aber nicht auf Lebkuchen verzichten….

    • Liebe Charlotte, vielen Dank 😊
      Du könntest die Oblaten einfach ganz weglassen und den Lebkuchen in einer runden Ausstechform orm formen oder Du bäckst einen einfachen Biskuit Boden bzw. kaufst einen, schneidest ihn zurecht und streichst die Lebkuchenmasse darauf und bäckst ihn mit den Lebkuchen noch einmal. LG Julia

  3. Hallo Julia,,
    das Lebkuchenrezept habe ich schon gespeichert,,,,wo ist dein Pestorezept ???kann nicht darauf zurückgreifen,,,,:-):-),,
    Lieben Gruß,,,Bille,

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