Christstollen: Tradition trifft Moderne

Für mich gehört Christstollen einfach zu Weihnachten dazu, genauso wie der Adventskranz in der Adventszeit oder der Tannenbaum zu Weihnachten.
Aber wo kommt der Christstollen eigentlich her und warum heißt er so wie er heißt?
Ich fand die Frage ziemlich spannend und habe mal ein wenig recherchiert, dazu gibt es ein mega leckeres Rezept für einen Amarena Kirsch Christstollen mit Marzipan.

Christstollen

Christstollen: Sein Ursprung

Der Ursprung des Christstollens ist im 14. Jahrhundert begründet. Gebacken wurde er in der Vorweihnachtszeit als Fastengebäck in den christlichen Klöstern. Für das Christbrot, wie der Christstollen damals genannt wurde, wurde zur damaligen Zeit nur  Mehl, Wasser und Hefe verwendet. Ohne Butter und Milch war der Stollen daher sehr trocken. Erst etwa 150 Jahre später erlaubte Papst Innozenz VIII in seinem Butterbrief noch weitere Zutaten.

Zucker war in der damaligen Zeit ein sehr teures Gut, also gab es auch keine „Verzierung“ aus Zucker wie wir das heute tun.

Seine Form soll an das gewickelte Christkind erinnern, was eigentlich auch das einzige ist, was mit unseren heutigen Christstollen ähnelt.

Christstollen

Christstollen: Woher er seinen Namen hat

Eine Theorie geht dahin, dass ihn Bergleuten mit unter Tage genommen haben. Wegen seiner Zutaten hielt der Kuchen ziemlich lange und war relative lange saftig und war ein gutes reichhaltiges Nahrungsmittel für schwer arbeitende Bergleute. Und genau daher soll er den Namen „Stollen“ erhalten haben – eben wie der Stollen, in dem er gegessen wurde.

Aber wo genau kommt denn der Christstollen nun her und wer hat ihn erfunden?

Christstollen ist das Weihnachtsgebäck mit der längsten Tradition ever… erstmalig wurde es im Jahre 1329 urkundlich erwähnt. Geschrieben steht, dass es in Naumburg ab der Saale eine Weihnachtsgabe an Bischof Heinrich war.

Christstollen

Aber warum glauben wir alle, der Stollen kommt aus Dresden?

Weil von dort auch eine besonders leckere Variante kam… allerdings erst 150 Jahre später urkundlich erwähnt.
Da müssen die Dresdner wohl einen Schritt zurücktreten, auch wenn der Dresdner Stollen einer der leckersten und berühmteste Christstollen ist, war er nicht der Erste.

Mittlerweile ist der Dresdner Christstollen durch ein Siegel in der ganzen EU geschützt. Nur etwa 130 Bäcker in der Stadt und der näheren Umgebung haben die Befugnis, ihren Stollen als „Dresdner Christstollen“ zu bezeichnen.

Christstollen

Eigentlich kann man sagen, dass sich die Rezeptur des Stollens stetig verändert und das ist auch gut so, weil er immer besser wird. Ich finde die Variante aus Wasser, Mehl und Hefe zwar nicht schlecht, aber Weihnachtsgebäck lebt ja von aktuellen Trends und leckeren neuen Produkten oder?

Über die Jahrhunderte gesehen, kam mit dem Wohlstand auch bessere Zutaten wie die gute Butter, Zucker, Rosinen, Rum und viele weitere Zutaten hinzu. Stollen ist heutzutage sehr gehaltvoll, aber dennoch unglaublich lecker, wenn man ihm etwas Zeit lässt zu ruhen…

Christstollen

Reglementierte Zutaten für den Dresdner Christstollen

Da der Dresdner Christstollen geschützt ist, sind auch seine Zutaten festgelegt: Butter, Mehl, Orangeat, Zitronat, Rosinen erhalten und der Buttergehalt muss bei mindestens 50 Prozent liegen. Verboten sind Zutaten wie Konservierungsstoffe, Aromen aber auch Margarine.

Christstollen

Aber warum ist der Dresdner Christstollen eigentlich so beliebt?

Der Überlieferungen zufolge ist es dem Bäckermeister Heinrich Drasdo aus Torgau in Sachsen zu verdanken, dass der Christstollen um so viele reichhaltige Zutaten ergänzt und somit auch verbessert wurde. Er war es, der das Rezept mit Mandeln oder Trockenfrüchten anreicherte. Und genau damit schuf er die Grundlage für den heute so beliebten Christstollen, den die Sachsen auch liebevoll als Striezel bezeichnen.

Nachdem das Rezept so angepasst wurde, dauerte es auch nicht mehr lange, bis ihn die Sachsen mit Begeisterung verzehrt haben. Aber natürlich gabe es Konkurrezn und die Dresdner Bäckern, die ihren Stollen auf dem Striezelmarkt verkauften, mit Bäckern aus Meißen und Siebenlehn messen. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg setzten die Dresdner durch, dass nur noch Dresdner Stollen in der Stadt verkauft werden durfte.

Christstollen

Mein Fazit zum Christstollen

Ich finde, der Christstollen gehört nicht grundlos zu den beliebtesten weihnachtlichen Backwaren. Viele Menschen kaufen sich ihren Stollen beim Bäcker ihres Vertrauens oder dort wo ihn auch schon die Eltern gekauft haben oder noch besser, sie backen ihn selbst genau so wie sie ihn am liebsten mögen. Ganz egal wofür Du Dich auch entscheidest, auf jeden Fall darf ein Stück Stollen zum Adventskaffee einfach nicht fehlen.

Christstollen

Und ich verrate Dir jetzt mein ganz eigenes Lieblingsrezept für Christstollen – ein Amarena Kirsch Stollen mit Marzipan

Amarena Kirsch Christstollen mit Marzipan
 
Zutaten
  • ...für 35 Ministollen a 8 cm x 5 cm
  • 200g getrocknete Sauerkirschen
  • 100g getrocknete Aprikosen
  • je 100g Korinthen und Rosinen
  • 100 – 150 ml brauner Rum
  • 300g Mandeln
  • 400g Butterschmalz oder Ghee
  • 1000g Mehl
  • 120g Zucker
  • 1 Pck Bourbon Vanillezucker
  • 60g frische Hefe
  • 250 ml Milch
  • 4 Eier (M)
  • Je ¼ TL gemahlene Nelken, Macis und Zimt

  • 200 g Butter zum Bestreichen
  • 150 g Puderzucker
Zubereitung
  1. So geht‘s

  2. Ganz wichtig: Der Christstollen sollte mindestens drei Wochen vor Weihnachten gebacken und dann kühl gelagert werden, damit er den feuchten festen Zustand bekommt.

  3. Die getrockneten Früchte und die Mandeln grob hacken, in eine Schüssel geben und mit dem Rum übergießen. Durchziehen lassen.

  4. Butterschmalz erwärmen.
  5. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker und Vanillezucker vermischen.

  6. Die Hefe in lauwarmer Milch auflösen. Achtung: Ist die Milch wärmer als 40°C sind die Hefekulturen im Eimer.
  7. Die Hefe-Milch mit den Eiern, den Gewürzen und dem Butterschmalz zur Mehlmischung geben und gut verkneten. Ich mache das am liebsten mit den Händen, kannst Du aber auch mit den Knethaken der Küchenmaschine machen.

  8. Das Ganze darf jetzt eine Stunde an einem warmen und zugfreien Ort gehen.

  9. Jetzt dürfen die Rumfrüchte unter den Teig, d.h. alles wird gut verknetet.
  10. Aus dem Teig kannst Du ca. 35 kleine Stollen a 8 x 5 cm formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, Dort dürfen sie erneut 30 – 40 Minuten gehen.
  11. Alternativ kannst Du das Stollenkonfekt auch in kleinen Muffinformen geben.

  12. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  13. Der Stollen wird ungefähr 30 Minuten gebacken.

  14. Zwischenzeitlich schon mal die Butter schmelzen.
  15. Der Stollen wird mit der ausgelassenen Butter bestrichen und gleich ordentlich mit Puderzucker bestäubt.

  16. Jetzt darf der Stollen in Ruhe auskühlen bevor er dann verpackt und aufbewahrt wird. Diese Zeit ist wichtig, da die Inhaltsstoffe etwas brauchen um sich zu entfalten.

  17. Sooo, das wars schon… gar nicht so schlimm oder :)?

So gelingt Dir der perfekte Christstollen

Dass ein Christstollen für mich absolut zur Vorweihnachtszeit gehört, habe ich ja schon gesagt… ich finde, es ist eine ganz wunderbare Tradition zu Weihnachten. Auch wenn einige Zungen behaupten, die Zubereitung sei zeitintensiv, lohnt sich der Aufwand sehr… aber gut, ob dem so ist, kannst du nach dem ersten Backen selbst beurteilen 🙂

Damit Dir Dein Backwerk auch gelingt, habe ich hier ein paar Geling Tipps zum Backen, Lagern und Aufessen 😉

Christstollen

Christstollenteig ist sensibel

Seinen ganz eigenen Stollen selbst zu backen, ist mit den richtigen Tipps eigentlich ganz einfach: Vereinfacht gesagt, stellst Du zuerst einen Hefeteig ganz ohne Trockenfrüchte her und lässt diesen mindestens 60 Minuten gehen. Danach gibst Du die eingeweichten Trockenfrüchte zum Teig und vermengst alles. Den fertigen Teig solltest Du vorsichtig kneten oder sagen wir eher drücken.
Nicht gut ist, wenn Du den Teig zu lange knetest oder er zu lange geht, das macht ihn später trocken. Der Grund dafür ist, dass sich die Butter aus der Teigverbindung löst und absetzt. Saftiger wird der Christstollen übrigens durch Zugabe von Marzipan.

Die perfekte Form für Deinen Christstollen

Ob Du nun eine Stollenbackform benutzt oder nicht, bleibt alleine Dir überlassen – ich persönlich finde sie eher unnötig. Aber wenn Du Bedenken hast, der Stollenteig könnte auseinanderlaufen und die Rosinen verbrennen, dann probiere es mit einer solchen Form einfach mal aus.
Ich hab anfänglich die Stollen in selbstgebauten Alu-Formen gebacken, oftmals reichen die nämlich schon aus, um zu verhindern, dass der Stollen zu flach wird. Irgendwann siehst Du aber bem Teig schon an wie er wird und kannst ganz flexibel reagieren.

Christstollen

Mit Butter und Puderzucker wird Dein Stollen haltbar

Gleich nach dem Backen bepinselst Du den noch ofenwarmen Stollen mit geschmolzener Butter und bestäubst ihn großzügig mit Puderzucker. Die Butter versiegelt den Stollen sozusagen und soll die Aromen ins Innere des Stollens transportieren. Der Puderzucker ist gedacht als Aromaschutz, der verhindern soll, dass die Aromen ausdringen können. Außerdem wird der Stollen durch die Butter und den Puderzucker konserviert und ist demnach viel länger haltbar.

Als Christstollenbäckerin und -bäcker brauchst Du Geduld

Wie lange nun der Christstollen tatsächlich ziehen soll, ist reine Ansichtssache. Ich empfehle dir mindestens eine Woche Geduld zu haben, so haben die Zutaten schonmal ein bisschen Zeit ihre Aromen zu entfalten.
Außerdem ist es gut, den Stollen dann von der Mitte her aufzuschneiden, so kannst Du sie wieder zusammenschieben und der Anschnitt trocknet nicht so schnell aus.

Christstollen

Und so bleibt Dein Christstollen lange frisch

Zum Lagern mag der Christstollen besonders kühle Temperaturen, ein dunkler Ort und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent. Am besten bewahrst Du den Stollen in ein Leinentuch oder Geschirrtuch gewickelt in einer Blechdose auf.
Alternativ kannst Du ihn auch richtig gut in Alufolie einwickeln.
Ein Christstollen hält sich locker drei Monate.

Und wer doch mal Orangeat und Zitronat ausprobieren möchte, dem kann ich dieses DIY von Tina von lecker & Co nur ans Herz legen… so schmeckt das nämlich auch.
Werde es demnächst auch selbst herstellen – das komische Zeug was man kaufen kann, hat nämlich nichts mit dem leckeren selbstgemachten Zitronat zu tun.

ChriststollenAls leckere Ergänzung habe ich hier noch für Dich… von Weihnachten kann man einfach nicht genug bekommen 🙂

Sooo, für heute war’s das schon…
Ich wünsche Dir eine zauberhafte Woche mit vielen leckeren Adventsschleckereien und Zeit für die schönen Dinge… Hab’s schön und bis bald 🙂

Viele Grüße
Deine Julia

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