Es ist Zeit für Zimt: Saarländische Zimtwaffeln

Wenn ich mich an die Weihnachtszeit mit meiner Familie erinnere, dann ist da immer dieser unglaublich leckere Duft nach Zimt.
Wenn der Duft von frischen Waffeln durchs Haus zieht, fühlt man sich gleich in die eigene Kindheit zurück versetzt
Die Weihnachtsbäckerei startete immer mit Zimtwaffeln. Kein Weihnachten ohne und wenn meine Mutter dann doch mal lieber andere 20 Sorten Weihnachtsplätzchen gebacken hat, so hat sie immer welche von meiner Tante Christa besorgt 🙂

saarländische Zimtwaffeln

Waffeln… historisch schon frühzeitig erwähnt

Selbst die Gebrüder Grimm erwähnen Waffeln in ihrem Deutschen Wörterbuch, d.h. Waffeln gibt es schon seit ziemlich langen Zeiten in ganz unterschiedlichen Formen.
Ihren weltweiten Siegeszug traten sie aber erst in den 1960er Jahren an. Maurice Vermersch verkaufte im belgischen Dorf der Weltausstellung in New York dicke, weiche Waffeln mit Sahne, Erdbeeren und Puderzucker, das war 1964. Und die Amerikaner waren ziemlich verrückt nach genau dieser Kombination. Und das war die Geburtsstunde der belgischen Waffeln. Da in den USA alles ein wenig anders ist, essen sie die Waffeln bis heute zum Frühstück und eher nicht zum Nachmittagskaffee.
Aber zurück zu den saarländischen Zimtwaffeln 🙂

Saarländische Zimtwaffeln

Zimtwaffeln: Ein spezielles Waffeleisen wird benötigt

Diese Waffeln, die von ihrer Konsistenz eher kompakt und fest ist und mit einer herkömmlichen Waffel eher wenig zu tun hat, werden in einem speziellen Waffeleisen gebacken. Ganz früher hat meine Oma die Zimtwaffeln mit einem gusseisernen Waffeleisen  aus Frankreich gebacken – Frankreich liegt ja quasi dicht an dicht zu dem Ort in dem ich aufgewachsen bin. Deutsch-Französische Freundschaft bis in die Küche… Das Backen mit diesem Waffeleisen war ein ganz schöner Akt, denn dieses Waffeleisen wurde entweder direkt auf den Platten der Holzöfen oder im Rohr erhitzt, dann gut gefettet und die Waffeln gebacken. Die ersten waren meist viel zu dunkel oder noch nicht durch. Man musste sich hier ausprobieren, bis man das Gefühl für die richtige Dauer hatte. Der „Verschnitt“ blieb für uns Kinder übrig… vielleicht kommt meine tiefe Leidenschaft für Zimt genau da her 🙂
In den 70er Jahren gab es dann mal eine elektrische orangefarbene Variante, Modell Maja hat in dieser Zeit für schöne Waffeln gesorgt, aber leider hat sich Maja Anfang der 90er Jahre verabschiedet und Ersatz gab es nicht.

Saarländische Zimtwaffeln

Irgendwann wollte ich dann selbst, aber so einfach war das nicht…

Als ich dann selbst mit der Weihnachtsbäckerei angefangen habe, habe ich anfänglich noch probiert, dass alte gusseiserne Waffeleisen im Backofen zu erhitzen, aber das war ganz schön fummelig, ziemlich aufwändig und gar nicht so ungefährlich. Deshalb habe ich es auch gelassen und die Zimtwaffeln in der Konditorei Schubert in Saarbrücken gekauft. Super lecker, aber nicht selbstgemacht.

Und plötzlich war da was Neues…

Seit ein paar Jahren gibt es aber ein elektrisches Zimtwaffeleisen* und es ist so einfach geworden Zimtwaffeln zu backen.
Und ich starte seit dem meine Weihnachtsbäckerei mit diesen Zimtwaffeln… Es duftet so wunderbar und die vielen schönen Kindheitserinnerungen sind alle wieder da.

Saarländische Zimtwaffeln

Die heimische Waffelproduktion ist dank dieses modernen Waffeleisens kinderleicht geworden. Das Ergebnis duftet aber immer noch so gut wie früher.

Am Anfang ist das Backen von Zimtwaffeln eine kleine Herausforderung… man muss für sich die richtige Konsistenz finden, denn zu dick dürfen die Waffeln nicht werden.
Aber mit ein wenig ausprobieren und experimentieren kommt man irgendwann dahinter 🙂

Saarländische Zimtwaffeln

Dann gibt es noch die Lieblingsfreunde und die Familie, die die Zimtwaffeln in ganz unterschiedlicher Form mögen: Es reicht von „hauchdünn und kross“ bis hin zu „saftig“.
Für die letzte Variante macht man die Kugeln etwas größer, rolle und drücke nicht ganz so arg.

Ich gehöre eher zum Team „hauchdünn und kross“ 🙂

Neben diesen schönen Erinnerungen ist es der Zimt, der mich immer wieder diese leckeren Zimtwaffeln backen lässt.
Ich freu mich jedes Jahr total auf die Adventszeit, denn das ist für mich die zimtreichste Zeit des Jahres 🙂

Saarländische Zimtwaffeln

Zimt ist aber nicht gleich Zimt

Hier unterscheidet man zwischen dem hochwertigen Ceylon-Zimt, der auch “echter Zimt” genannt wird und dem  chinesischen Cassia-Zimt.
Der Ceylon Zimt besitzt ein deutlich edleres und intensiveres Aroma.
Den Unterschied siehst Du bereits an der Zimtstange: Die Stange vom Ceylon-Zimt besteht aus mehreren Lagen feinster Rinde, beim Cassia-Zimt hingegen siehst Du lediglich eine relativ dicke Rindenschicht, die eingerollt ist.
Aber das wichtigste: Im echten Zimt gibt es außerdem kaum Cumarin, das in großen Mengen leberschädigend ist. Experten raten hier Zimt-Vielesserinnen wir mir, den  cumarinarmen Ceylon-Zimt zu verwenden. Klar, was auch sonst 🙂

Und vielleicht noch ein Tipp

Die Waffeln bewahrst Du am Besten in einer gut schließenden Dose luftdicht und kühl auf uuuund das Waffeleisen würde ich  gleich wieder wegräumen, denn die Dose ist schnell leer als gedacht. Dann heißt es wieder: Teig machen, Eisen heiß werden lassen und bald zieht der Duft wieder durch die Küche.

Das Rezept für saarländische Zimtwaffeln

Saarländische Zimtwaffeln
 
Zutaten
  • …für ca. 50 hauchdünne Zimtwaffeln
  • 60 – 70 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 TL Zimt
  • Abrieb ½ Bio Zitrone
  • 200 -250 g Mehl
  • ½ TL Pfefferkörner
Zubereitung
  1. So geht’s!
  2. Butter, Zucker und Eier mit dem Handrührgerät schaumig schlagen.
  3. Pfeffer in einen Mörser geben und fein Mörsern.
  4. Nach und nach das Mehl und die übrigen Zutaten hinzufügen.
  5. Damit der Teig gut durchkühlt, weil Du Kugeln formen musst, solle er für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank.
  6. Danach daumendicke Kugeln formen und auf das heiße Waffeleisen legen...
  7. Zimtwaffeln ausbacken...

Saarländische Zimtwaffeln

Ich schwöre Dir, wenn Du diese Waffeln einmal gegessen hast, willst Du sie immer wieder.

Vor ein paar Jahren war ich in der Weihnachtszeit mal wieder unterwegs auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Esslingen, ein absolut schöner Weihnachtsmarkt, weil er so anders ist… Nach einer Tasse heißem Met nahm ich plötzlich einen ganz typischen wahr und hab so lange gesucht, bis ich fand was meine Aufmerksamkeit erregt hat: Einen Zimtwaffelstand… das war sooo schön und die Leute standen Schlange, genauso wie ich.
Als ich an der Reihe war hab ich mit der Verkäuferin, die selbst aus dem Saarland kam gefachsimpelt und mich an der schönen Erinnerung gefreut.
Einfach schön in der Ferne jemanden aus der Heimat zu treffen 🙂

Saarländische Zimtwaffeln

So, nun kennst Du auch eines meiner liebsten und traditionellsten Weihnachtsplätzchen Rezepte: saarländische Zimtwaffeln 🙂
Vielleicht hat es Dich ja auch etwas neugierig gemacht… dann mal los 🙂

Zum Einstieg passt auch ganz wunderbar das hier dazu:

Ich freu mich auf die wunderschöne Weihnachtszeit…

Wir sehen uns bald wieder… lass es Dir gut gehen und vergiss das genießen nicht

Liebe Grüße
Deine Julia

6 Kommentare

  1. Guten Morgen, schon länger schleiche um das Zimtwaffeleisen herum. Danke für Deun Rezept! Jetzt kaufe ich mir es! Liebe Grüße Elisabeth

    • Hallo liebe Elisabeth, da bin ich aber froh, Dich dafür begeistert zu haben… ich liebe diese Waffeln und sie bringen dazu noch schöne Erinnerungen mit sich… hoffe Du berichtest von Deinen ersten Waffeln 😊 LG Julia

  2. Nach dem Lesen Deines Beitrages habe ich jetzt das Gefühl, dass ich unbedingt auch so ein Zimtwaffeleisen brauch!!
    Die sehen ja wirklich wunderhübsch aus <3 Und mit Zimt kann man ja wirklich nie was falsch machen!
    Liebe Grüße, Yvonne

    • Liebe Yvonne, es ist echt eine Anschaffung wert… diese Waffeln sind unglaublich lecker 😋 ich würde es mir überlegen 🤔😉 Liebe Grüße Julia

  3. Vielleicht noch ein kleiner Tipp…von meiner Oma…den ich nur weitergeben kann. Mach es selbst auch.
    EINEN SCHUSS RUM
    Gibt dem ganzen noch den richtigen Kick

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