Chou à la crème – Je t‘aime: Eine klitzekleine Kleinigkeit erobert mal wieder mein Herz!

Von meiner Liebe zu Frankreich wisst Ihr ja bereits… und ich komm einfach nicht davon los… muss ich eigentlich auch gar nicht… gut, hätten wir das auch geklärt. Chou à la crème: Versuchungen muss man manchmal auch einfach nachkommen – wer weiß schon wann die wieder kommen… wusste ja auch der Oskar Wild schon 😉

Je t’aime la Chou à la crème

Im Moment brennt mein Herz für Chou à la crème… kleine wunderhübsche und gefüllte Windbeutel, die jede Kaffeetafel zu etwas ganz besonderem machen.

In Frankreich findet man diese hübschen kleinen Dinger in kleinen Cafés und Patisserien…unendlich viele Sorten und Geschmacksrichtungen, mit und ohne Fondant oder Zuckerdeckel, bunt, klassisch oder flippig, aromatisiert oder ganz einfach. Die Entscheidung welche Sorte man möchte ist unglaublich schwer… möchte man doch am liebsten sagen, ich nehme von jeder Sorte einen… man hat fast das Gefühl, dass man sich bei jedem zurückgelassenen Chou à la crème persönlich entschuldigen muss… und es bricht mir auch ein wenig das Herz, so dass ich mich bei jedem ganz persönlich und individuell dafür entschuldige und ihm verspreche, ihn das nächste Mal mitzunehmen.

Probieren geht über studieren

Und da ich ja Bekanntlicherweise gerne backe, habe ich natürlich versucht diese liebgewonnenen Chou selbst herzustellen… aber alle Versuche haben mich nicht so richtig zufrieden gestellt… Ich habe viel ausprobiert und recherchiert, aber so richtig wollten mir die Chou nicht gelingen.

Backbücher sind etwas ganz wunderbares

Doch eines Samstags stöbere ich mal wieder in meinem Stuttgarter Lieblingsbuchladen, um meiner Kochbuchsammelleidenschaft nachzukommen (Gott ist das ein Wort… ich liebe übrigens auch schöne Worte… )… ganz zufällig sehe ich da ein wunderbares Buch… traumhafter Einband, verschwenderisch dicke Pappe, haptisch ein Traum und schon war es um mich geschehen…

Chou à la crème – das neue feine Gebäck aus Frankreich, Umschau Verlag“

Mein Herzschlag beschleunigt sich (Ihr kennt das sicher) und schwupp war dieses wunderbare Buch im Einkaufskorb… wunderschöner Einband, ganz zu schweigen von dem tollen Inhalt… ein Dauergrinsen auf meinem Gesicht und einige weitere Koch- und Backbücher später, fand ich mich tippelnd an der Kasse wieder und will nur noch eins: schnell nach Hause und ausprobieren… ungeduldig fühlt sich das Anstehen an der Kasse wie Stunden an, das Einpacken des Buches der Kundin vor mir läuft wie in Slowmotion vor meinen Augen ab… aber dann…

Meins

MEINS…. Jaaaaaaaa… auf Anhieb vereint und ein Herz und eine Seele mache ich mich sofort auf den Heimweg, was bei meiner Begleitung zunächst auf etwas Verwunderung stieß „Wolltest Du nicht noch nach Schuhen schauen?“ Nööö… und denke nur so „Mein Herz läuft Marathon“ *lach* ich will nur noch nach Hause… ich und mein Chou ♥

Und wie das Ganze nun ausgegangen ist und ob die Rezepte des neuen Backbuches funktioniert haben, zeige ich Euch im Folgenden und eine kleine Rezession über das Buch findet Ihr außerdem hier… ein wirklich ganz zauberhaftes und wunderschönes Buch.

Also, darf ich Dich bekannt machen… Chou a la creme, meine große Liebe… Chou, meine Gäste… 😀

Chou a la crème, Choux, Windbeutel, Feines Gebäck, Erdbeeren, schöner Tisch

Chou a la crème, Choux, Windbeutel, Feines Gebäck, Erdbeeren, schöner Tisch

Chou a la crème, Choux, Windbeutel, Feines Gebäck, Erdbeeren, schöner Tisch

Chou mit Erdbeer-Mascarpone-Füllung
 
Zutaten
  • Ergibt ca. 30 Stück

  • …für den Knuspermantel
  • 40 g brauner Zucker
  • 30 g Butter
  • 40g Mehl

  • …für den Brandteig
  • 250 ml Wasser
  • 250 ml Milch
  • 10 g extrafeiner Zucker
  • 5 g Salz (hört sich viel an, passt aber genau)
  • 175g Butter
  • 250g Mehl
  • 7 Eier

  • …für die Erdbeercreme
  • 4 Blatt Gelatine
  • 400 g Mascarpone
  • 4 EL Edelessig (ich habe einen Edel-Kräuteressig vom Doktorenhof „Casanova“ verwendet, 3,5 % Säure)
  • 2 Vanilleschoten
  • 100g extrafeiner Zucker
  • 100 g Konditorsahne (normale geht aber auch)
  • 100 g frische Erdbeeren

  • …für die Glasur und die Verzierung
  • 75 g weißer Fondant
  • Rote Lebensmittelfarbe (ich nehme immer Pro Gel von rainbow dust)
  • oder
  • 15 ml Wasser
  • 60 g extrafeiner Zucker
  • Rote Lebensmittelfarbe (ich nehme immer Pro Gel von rainbow dust)
  • Zuckerherzen und Zuckerperlen
Zubereitung
  1. ...für den Knuspermantel
  2. Der Knuspermantel besteht aus einer Mischung aus Zucker, Butter und Mehl. Da er während des Backens schmilzt, überzieht er am Ende den ganzen Chou mit einer Knusperschicht, der dadurch eine runde und gleichmäßige Anmutung bekommt. Mit diesem Kniff lassen sich problemlos eventuelle Unebenheiten kaschieren.

  3. Den Zucker in eine Schüssel geben und die fein gewürfelte Butter grob mit dem Zucker vermischen. Das Mehl auf einmal zugeben und unter kneten bis ein homogener Teig entstanden ist.

  4. Den Teig in zwei gleich große Portionen teilen und jeweils mittig auf ein Blatt Backpapier legen. Jede Teighälfte mit einem zweiten Blatt Backpapier abdecken und dieses leicht andrücken. Den Teig mit einem Nudelholz so dünn wie möglich ausrollen, bis er das Backpapier fast vollständig bedeckt.

  5. Das obere Blatt Backpapier abziehen und mit einer Ausstechform Teigkreise von 3.5 cm Durchmesser ausstechen, aber die Kreise noch nicht herauslösen.

  6. Den Teig mit den vorgeformten Kreisen 30 Min. ins Tiefkühlfach stellen, dann Knusperkreise mithilfe einer kleinen Palette vom Backpapier lösen.


  7. Während der Knuspermantel kühlt den Brandteig herstellen.

  8. ...für den Brandteig
  9. Milch-Butter-Melange
  10. In einem Topf das Wasser, die Milch, den Zucker und das Salz miteinander vermischen.
  11. Die Butter fein würfeln und hinzufügen. Das Ganze unter Rühren mit dem Holzlöffel aufkochen, bis die Butter vollständig geschmolzen ist.


  12. Den Teig „abbrennen“
  13. Das Mehl auf einmal zugeben, dabei etwa 30 - 60 Sekunden rühren bis sich der Teig vom Topfboden und vom Holzlöffel löst.


  14. Die Zugabe der Eier und richtige Konsistenz
  15. Die Eier verquirlen und die Hälfte davon unter kräftigem Rühren unter die Brandmasse mischen. Nach und nach von der Eimasse unter ständigem Rühren zugeben bis die richtige Konsistenz entstanden ist. Zum Überprüfen mit dem Finger eine Linie durch den Teig ziehen wieder verschwindet, dann ist der Teig perfekt!


  16. Das Backblech mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 160 °C vorheizen.

  17. Vorbereitung des Spritzbeutels
  18. Die Spitze des (Einmal-)Spritzbeutels abschneiden und die Lochtülle mit ca. 12 mm Durchmesser hineinschieben, eine Falte bilden und diese in die Tülle hineinschieben, so dass beim Einfüllen des Teiges kein Teig herausfließen kann. Den Beutel über ein großes Gefäß stülpen und den Brandteig mit Hilfe eines Teigschabers hineinfüllen. Den Beutel zum Schluss eindrehen und verschließen – ich nehme dazu solche Klammern aus Plastik, die man verwenden kann um geöffnete Tüten wieder zu verschließen. Dann an der Tülle ziehen um die Falte zu entfernen, so dass der Teig in die Lochtülle fließen kann.

  19. Brandteig aufdressieren
  20. Den Spritzbeutel in einem 45° Winkel an das Backblech heranführen und den Teig gleichmäßig aufspritzen ohne die Position des Beutels zu verändern, bis ein Tupfen von ca. 4 cm Durchmesser entstanden ist. Auf diese Weise den kompletten Teig aufdressieren bis das komplette Blech befüllt ist. Zwischen den Tupfen sollte ca. 5 cm Abstand sein, damit die Chou noch aufgehen können.


  21. Knuspermantel
  22. Den vorbereiteten Knuspermantel aus dem Tiefkühler nehmen und die ausgestochenen Deckel mithilfe einer kleinen Palette herausheben und jeden Chou mit einem Knusperdecke versehen. Dabei darauf achten, dass der Knusperdeckel nicht zu fest angedrückt wird. Während des Backens schmilzt der Deckel und überzieht den Chou mit einem Knuspermantel.


  23. Backen
  24. Das Backbleck für ca. 45 Minuten in den Backofen schieben (während dieser Zeit den Backofen auf gar keinen Fall öffnen!!!). Selbst wenn die Chou am Ende des Backens schon goldgelb erscheinen, die Backzeit niemals auf unter 40 Minuten verkürzen, sonst riskiert Ihr, dass alles umsonst war, denn die Chou sind kleine verwöhnte Scheißerchen und mögen es warm und nicht zugig bis zum Schluss… ärger man sie, fallen sie zusammen.
  25. Die Chou sollen auf jeden Fall gut durchgebacken sein. Erst wenn die Chou eine intensive goldbraune Farbe angenommen haben, die Backofentür eine Spalte öffnen, einen Moment warten, dann ganz öffnen aber das Blech noch im Ofen lassen. Erst nach ein paar Minuten das Backbleck aus dem Ofen nehmen und die Chou auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  26. Während die Chou im Ofen sind, könnt Ihr schon mal die Erdbeercrème herstellen…


  27. Erdbeercrème
  28. Für die Erdbeercreme die Gelatineblätter in eine Schale mit kaltem Wasser legen und einweichen. Den Mascarpone mit einem Rührlöffel glatt rühren. Erst die längs aufgeschnittenen und ausgekratzten Vanilleschoten und deren Mark, dann den Zucker, ein Drittel der Konditorsahne sowie 2 EL des Edelessigs hinzufügen. Die restliche Sahne mit den ausgekratzten Vanilleschoten zum Kochen bringen. Die Vanilleschoten herausnehmen.
  29. Die Gelatine ausdrücken und unter die heiße Sahne rühren, bis sich die Gelatine aufgelöst hat. Dann den Topf vom Herd nehmen und zuerst ein wenig von der kalten Masse in die warme Gelatine-Sahne Mischung geben (das nennt man angleichen und das macht man um zu verhindern, dass die warme Masse zu schnell auskühlt und sich Klümpchen bilden), dann die restliche Masse zur Mascarponecrème geben und alles gut miteinander verrühren.
  30. Für 30 Min. in den Kühlschrank stellen.


  31. Die Erdbeeren in kleine Würfel schneiden (sie müssen nachher beim Füllen der Chou ja noch durch die Lochtülle passen) und mit 2 EL des Edelessig marinieren.


  32. Nach den 30 Minuten die Erdbeer-Essigmasse unter die abgekühlte Creme heben.

  33. Die Spitze des (Einmal-)Spritzbeutels abschneiden und die Lochtülle mit ca. 8-10 mm Durchmesser hineinschieben, eine Falte bilden und diese in die Tülle hineinschieben, so dass beim Einfüllen der Crème nichts herausfließen kann. Den Beutel über ein großes Gefäß stülpen und die Masse mithilfe eines Teigschabers hineinfüllen. Den Beutel zum Schluss eindrehen und verschließen – ich nehme dazu solche Klammern aus Plastik, die man verwenden kann um geöffnete Tüten wieder zu verschließen. Dann an der Tülle ziehen um die Falte zu entfernen, so dass die Crème in die Lochtülle fließen kann.

  34. Auf der Unterseite der Chou mithilfe eines Messers ein kleines Loch einschneiden und mit einer Lochtülle (8 oder 10 mm Durchmesser) reichlich von der Erdbeercrème hineinspritzen. Nach und nach alle Chou auf diese Weise füllen.
  35. Die gefüllten Chou für weitere 30 Minuten in den Kühlschrank geben.

  36. Zwischenzeitlich die Deko zubereiten.

  37. Fondant-Verzierung und Deko
  38. Ich habe fertigen weißen Fondant verwendet und diesen selbst eingefärbt.
  39. Wenn Ihr das so macht, würde ich Euch folgendes empfehlen:
  40. Den Fondant auf ca. 40° Grad im Backofen erwärmen, damit er schön weich ist und sich mit der Lebensmittelfarbe gut vermischen lässt.
  41. bis 2 Tropfen des Lebensmittelfarbgels auf den warmen Fondant geben und vorsichtig verkneten, so dass die Masse einheitlich eingefärbt wird.


  42. Die Masse zwischen Frischhaltefolie so groß und dünn ausrollen, dass man genügend Deckel für die Chou ausstechen kann. Ich habe dazu eine runde Ausstechform mit einem Durchmesser von 3,5 cm verwendet. In die noch warme Masse silberne Zuckerperlen und –herzen hineindrücken und mithilfe einer kleinen Palette die Deckel auf die Chou setzten. Sollte die Masse auskühlen, einfach kurz im Backofen oder der Mikrowelle erwärmen.


  43. Für den Fall, dass Ihr den Fondant selbst machen wollt:
  44. In einem Topf 15 ml Wasser mit 60 g extrafeinem Zucker vermischen. Bei mittlerer Stufe auf 114°C erhitzen (mit einem Zuckerthermometer überprüfen).
  45. Dann den Topf in eine Schüssel mit kaltem Wasser stellen, um die Temperatur des Zuckers auf 75°C zu senken. Den gekochten Zucker in eine Schüssel umfüllen und mit einem Handrührgerät bei mittlerer Geschwindigkeit verrühren. Vorsichtig etwas Lebensmittelfarbe unterrühren. Sobald sich kleine Kügelchen bilden, mit den beiden Händen weiterverarbeiten, und eine große Zuckerkugel formen. Aber Vorsicht, vorher die Temperatur überprüfen – Zucker kann verdammt heiß sein!

  46. Die Masse zwischen Frischhaltefolie so groß und dünn ausrollen, dass man genügend Deckel für die Chou ausstechen kann. Ich habe dazu eine runde Ausstechform mit einem Durchmesser von 3,5 cm verwendet. In die noch warme Masse silberne Zuckerperlen und –herzen hineindrücken und mithilfe einer kleinen Palette die Deckel auf die Chou setzten. Sollte die Masse auskühlen, einfach kurz im Backofen oder der Mikrowelle erwärmen.
  47. Wer also mag, kann seinen Fondant im Voraus herstellen, bei schlechtem Wetter oder so.
  48. Im abgekühlten Zustand wird er fest, bleibt aber formbar. Bei Bedarf teilen und wie benötigt in der Mikrowelle oder dem Backofen erhitzen. In Folie gewickelt hält er so bis zu 2 Wochen an einem kühlen und trockenen Ort.

Chou a la crème, Choux, Windbeutel, Feines Gebäck, Erdbeeren, schöner Tisch

Chou a la crème, Choux, Windbeutel, Feines Gebäck, Erdbeeren, schöner Tisch

Sooooooooooo viel Arbeit, aaaaaaaaaaaaaaber ich finde es lohnt sich sehr… und was soll man sonst an grauen regnerischen Apriltagen so anstellen 🙂 Die Dinger sind verdammt lecker und sehen ganz zauberhaft aus. Es gibt nur ein Nachteil: sie sind viel zu schnell aufgegessen…

Fini mes amis et bon appeti 🙂

Liebe Grüße

Julia

3 Kommentare

  1. Mon Dieu! Dagegen sind Macarons ja das einfachste Gebäck der Welt. Eine tolle Schritt-für-Schritt-Anleitung hast du da gezaubert und sie schmecken bestimmt toll! Ich hatte bisher auch tatsächlich noch nichts davon gehört. Das schreit nach einem erneuten Urlaub in Frankreich :).
    Liebe Grüße, Marileen

    • Liebe Marieleen,
      vielen lieben Dank für Dein Lob ?… die kleinen Choux sind schon etwas aufwändig, aber es lohnt sich jede Minute… Sie sehen so toll aus und schmecken unglaublich gut ?
      und ein Urlaub in Frankreich lohnt immer…la vie est belle ?
      LG Julia

  2. Pingback: Französische Croissants - ein Klassiker mit Qualität

Schreib hier Deinen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*