Mon dieu, was sind diese Madeleines doch für leckere Kleinigkeiten…

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Hobbybäcker entstanden und enthält Werbung.
Ohhhhlala… immer diesö kleinöö Franzossssöööö… Madeleines, sind kleine, zarte und  goldbraun gebackene zauberhafte Sandtörtchen in Muschelform aus Frankreich, um genau zu sein aus Lothringen. Und da gibt’s dann auch gleich die Verbindung zu mir und zu meiner Kindheit, die ich in einem kleinen Dorf direkt an der französischen Grenze zu Lothringen verbracht habe.
Das ganz klassische Rezept für Madeleines enthält Rum, Zitrone und Vanille.
Wahrscheinlich mag ich Rum auch deshalb so gerne, weil mich meine Eltern schon ab der frühesten Kindheit mit Madeleines gefüttert haben – angefüttert sozusagen 🙂

Französische Madeleines

Wie sooft gibt es hier aber nicht die eine Wahrheit, sondern jede Stadt oder Departement hat hier ihr ganz eigenes Rezept. In Paris bäckt man Madeleines am liebsten mit Mandeln, in Wien schmecken sie meist nach Vanille, in anderen Städten wird sie mit Rosen- oder Orangenblütenwasser verfeinert.

Aber wie kamen die Madeleines zu ihrem Weltruhm?

Wer hätte es gedacht, ein Roman war es, der diese süße Leckerei weltbekannt machte. Madeleines heißen die muschelförmigen Küchlein aus Frankreich.

Vorsicht, jetzt gibt’s ein bisschen Kultur, aber Du schaffst das schon, denn am Ende der Geschichte verrate ich Dir auch das Rezept 😉

Französische Madeleines

Ein Buch verhalf ihnen zu großem Ruhm

Diese kleinen feinen Madeleines wären wohl ein einfaches, recht unbekanntes Gebäck geblieben, hätten sie es nicht in ein Buch geschafft. Dieses dicke, Mammutwerk von Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ gilt als Producer der Madeleines.

Vielleicht haben einige schon mal gehört, dass die Madeleines in einer „Proustschen Erleuchtung“ spezielle Erwähnung fanden.

Der große Moment für die Madeleines beginnt in dem Werk von Proust schon in einer recht frühen Passage, wenn der ungenannte Sprecher in charakteristischer Weise pessimistische gestimmt ist. In diesem Moment macht ihm seine Mutter Tee und: „Sie ließ darauf eines jener dicken ovalen Sandtörtchen holen, die man „Madeleine“ nennt und die aussehen, als habe man als Form dafür die gefächerte Schale einer St.Jakobs-Muschel benutzt. Gleich darauf führte ich, bedrückt durch den trüben Tag und die Aussicht auf den traurigen folgenden, einen Löffel Tee mit dem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen… Woher strömte diese mächtige Freude mir zu?“

Französische Madeleines

Und ein paar Zeilen später…

Mehrere Absätze später folgte die glückselige Antwort: „Und dann mit einem Male war die Erinnerung da. Der Geschmack war der jener Madeleine, die mir am Sonntagmorgen in Combray, sobald ich in ihrem Zimmer guten Morgen sagte, meine Tante Léonie anbot, nachdem sie sie in ihren Tee getaucht hatte.“ Und mit dieser Antwort wird dem Erzähler ein Meer von Erinnerungen ins Leben gerufen, von dem er uns auf den nächsten 3.000 Seiten erzählt.

Spannend und gleichzeitig ein wenig süffisant finde ich, dass die „Madeleine-Episode“ zu den heute meist analysierten Stellen der Literatur gehört 🙂

In Frankreich ist die Begrifflichkeit „Das ist meine petit Madeleine“ in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen. Gemeint ist damit eine Schwärmerei für Etwas, das genauso lecker schmeckt wie von der eigenen Mama gekocht.

Es ist nicht verwunderlich, dass etwas so unmittelbar die Stimmung beeinflusst, wie der Geschmack und Duft von dem, was wir essen und genießen – auch wenn es nur ein schlichter Kuchen ist.

Französische Madeleines

Erste Madeleines für den König

Angeblich wurden die ersten Madeleines im Jahre 1755 für den König von Polen gebacken, der damals im Exil auf Schloss Commercy in Lothringen lebte.

Angeblich soll es bei einem großen Ball zu einen Streit zwischen dem hofeigenen Konditor und dem Küchenchef gekommen sein, bei dem es um das Dessert ging. Der Konditor war so erbost, dass er kurzerhand das Schloss verlies und das Dessert einfach mit nahm. Der König wollte aber seinen Ruf als perfekter Gastgeber nicht aufs Spiel setzen. Aber zum Glück fiel einer Küchenmagd ein wunderbares Rezept ihrer Großmutter ein. Kurzer Hand backte sie diese unglaublich leckeren Küchlein aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Zitronenschale. Der König war begeistert und zum Dank dafür, bedankte er sich bei der Markt indem er das Gebäck nach ihr benannte – Madeleine. Ihr vollständiger Name war Madeleine Paulmier, nur der Vollständigkeit halber 🙂

Französische Madeleines

Allerdings gibt es auch die Geschichte, dass die Madeleines durch die Passage in Prousts Werk noch bekannter wurden, aber sie waren durchaus schon populär.
Angeblich war es Louis XV., der die Madeleines nach der Köchin seines Schwiegervaters benannt hat. Nach Proust wurden sie aber weltberühmt, so berühmt, dass sie vor ein paar Jahren – trotz ihrer vergleichsweisen Schlichtheit – fast zwangsläufig Frankreichs Wahl für eine Feier der besten Kuchen und Kekse aus jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union waren. Ehre wem Ehre gebührt 🙂

Französische Madeleines

Soooo, jetzt aber zum Grundrezept für diese Leckerchen

Originalrezept für französische Madeleinesten…
 
Zutaten
  • ...für 24 Madeleines
  • 125 g Butter (plus Butter zum Einfetten)
  • 3 Eier (M)
  • 125 g Zucker
  • 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • Abrieb einer halben Bio-Zitrone
  • 125 g Mehl
  • 2 gestr. TL Backpulver
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 40 m Rum
  • 2 TL Puderzucker

  • Sonstiges
  • Madeleine Backform z.B. vom Hobbybäcker
  • Back-Trenn-Spray z.B. vom Hobbybäcker
Zubereitung
  1. So geht‘s
  2. Zunächst schmelzt Du die Butter in einem Topf und lässt sie leicht bräunen, dann das Ganze etwas abkühlen lassen (am Besten im Spülbecken kaltes Wasser einlassen und den Topf hineinstellen – so geht’s am Schnellsten).

  3. Das Backblech
  4. Jetzt solltest Du ein Madeleine Backblech mit Antihaftbeschichtung gut einfetten.
  5. Ich habe das Backblech und das Back-Trenn-Spray im Hobbybäckerversand erstanden…Hier geht's zum Shop!
  6. Backblech also gut einsprühen… das Back-Trenn-Spray kann ich Dir echt empfehlen. Es ist absolut geschmacksneutral und fettes selbst die kleinste Ritze bei jeglicher Backform.

  7. Jetzt wird gebacken
  8. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
  9. Jetzt schlägst Du Eier, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale hellcremig auf.
  10. Das Mehl mit dem Backpulver und den Mandeln mischen, sieben und löffelweise unter die Eimasse heben. Abschließend kommt die abgekühlte, flüssige Butter dazu.

  11. Der Teig reicht für genau zwei Bleche.
  12. Zunächst verteilst Du die Hälfte des Teigs in die Form und bäckst sie ca. im Ofen 10 Minuten. Wenn sie fertig sind, lässt Du die Madeleines noch ca. 5 Minuten in der Form abkühlen und nimmst sie dann aus der Form.
  13. Das Blech säubern, erneut einsprühen mit dem Back-Trenn-Spray und die zweite Teighälfte einfüllen. Erneut wie oben beschrieben backen.
  14. Ist das Gebäck vollständig ausgekühlt, wird es mit Puderzucker bestreut.

Sooo, nun bin ich gespannt was Du sagst…. Kennst Du Madeleines?

Französische Madeleines

Und zum Weiterlesen hab ich heute das hier

Französische Madeleines

Ich wünsche Dir eine ganz wundervolle Woche mit viel gutem Essen und Sonne und all dem was Du diese Woche sonst noch so magst…

Wir lesen uns übermorgen wieder 🙂

A bientôt et grande Bissus

Julia

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Bitte teile Ihn!

6 Kommentare

  1. Hihi. Ich steh total auf Rum-Zuckerguss! Wahrscheinlich liegt das auch an einer Kindheitserinnerung zur Plätzchenzeit an Weihnachten 🙂 Ich kann das also vollkommen nachvollziehen! Zu Madeleines habe ich allerdings persönlich so gar keine Beziehung. Ich glaube ich habe sogar noch nicht mal welche gegessen… Hab eine schöne Woche 🙂

    Liebe Grüße, Yvonne

    • Hallo meine Liebe, Madeleines sind so unglaublich lecker und vor allem in 15 Minuten angerührt und in 10 weiteren Minuten gebacken… solltest Du mal unbedingt probieren 🙂 LG Julia

  2. Liebe Julia,

    vielen lieben Dank fürs Verlinken meiner Schoko-Madeleines! Für die Hochzeit meiner Freundin nächsten Monat werde ich auch wieder einen Schwung Madeleines backen, diesmal allerdings auch in der klassischen Version wie deine :).
    Und vielen Dank für die Geschichte dazu, die kannte ich noch gar nicht!

    Liebe Grüße
    Marileen

  3. Madeleines habe ich vor 30 Jahren zum ersten mal in Paris gegessen… und aus Begeisterung gleich auf einem der tollen Flohmärkte ein Blech dazu gekauft. Es gab danach häufiger die kleinen leckeren Teilchen … doch dann war das Blech verrostet und aus die Maus.

    Du hast mich auf die Idee gebracht, wieder damit zu beginnen … ich guck gleich mal beim Hobbybäcker nach. Erinnerungen werden wach !!! :-)))))

    Liebe Grüße – Sabine

    • Liebe Sabine, wie wunderbar… Du hast völlig Recht, viele der damals in Frankreich erhältlichen Backformen hatten nicht lange Bestand… Das Blech vom Hobbybäcker ist ziemlich robust und auch ganz leicht zu reinigen. LG und ganz viel Spaß und ich freu mich, wenn ich bei Dir diese Erinnerungen wecken konnte 🙂 Julia

Schreib hier Deinen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*