Singapore Sling… please!

Im Sommer muss bei mir alles ziemlich bunt und farbintensiv sein und  pink ist da gaaaanz weit vorne 🙂  Und somit ist der Singapore Sling relativ schnell dabei. Ein Drink, der eine ganze Cocktail-Kategorie rettete, auch wenn es nicht die war, der er zuzuordnen ist.
Der moderne Singapore Sling schmeckt leicht fruchtig, der richtig gemixt eher erfrischend und nicht zu süß ist. Durch den richtigen Anteil an bitteren Komponenten ist die Balance aus Würze, Säure und Frucht perfekt :).

 Singapore Sling

Singapore Sling ist der wohl bekannteste Vertreter einer Kategorie, zu der er nicht gehört.
Zudem ranken sich um ihn unzählige Geheimnisse.
Naaa, etwas neugierig 🙂

Ich fange einfach mal an…

Singapore Sling: Wer hat ihn wo erfunden und ist die heutige Version noch mit dem damaligen Drink vergleichbar?

Im Jahre 1819 gründete Sir Stamford Raffles im Namen der East India Company im Gebiet des heutigen, südlichen Singapurs einen Handelsposten. Auch als die Insel sieben Jahre später in den Besitz der britischen Regierung als Teil ihrer Straits Settlements überging, hatte das noch nichts mit dem Singapore Sling und hochprozentigen Trinkgenüssen zu tun. Aber aus dieser Zeit stammen zwei Begriffe, die mit dem Singapore Sling verbunden sind:   Raffles und Straits Settlements.

Da es kein echtes Originalrezept gibt, glaubt man, dass der  Vorgänger-Cocktail zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Namen Straits Sling in den Bars bekannt war.
Die Vermutung ist die, dass der Namensteil „Straits“ sich dabei auf die Straits Settlements bezieht.  Allerdings verwendete man damals für den Straits Sling anstelle des heute üblichen Kirschlikörs vermutlich einen hochprozentigen Kirschbrand. Aus dieser ursprünglichen Version hat sich dann mittels vieler Schritte die Rezeptur für den modernen Singapore Sling entwickelt. Yeaaaah…

 Singapore Sling

Raffles – Raffles, Straits – Straits?

Wann sich die Wandlung vom Straits Sling in den Singapore Sling vollzogen hat, kann man heute nicht mehr genau sagen. Denn die Rezeptur des uns heute bekannten Cocktail ist der Urtyp eines klassischen Tiki-Drinks.

Die Tiki-Sparte mit ihrem hochprozentigen Mixgetränken entwickelte sich vor allem in den USA der 1930er und 40er, die von Trader Vic und Don the Beachcomber regelrecht getrieben wurde… diese Bewegung begann also nur ein paar Kilometer östlich der malaysischen Küste 🙂

Aber wie hängt das Ganze jetzt zusammen?

Straits Settlement war eine der frühen Bezeichnungen von Singapur und dieser war  eine Hommage an das gleichnamige Gebiet. Genau so wie dies der Singapore Sling Jahre später tun sollte. Aber war der Singapore Sling vielleicht einfach nur seiner Zeit Jahrzehnte voraus oder wurde er doch erst in der amerikanischen der Tiki-Zeit erfunden?
Diese Frage lässt sich wohl nicht mehr ganz klären.

Singapore Sling

Ein Vertreter einer Kategorie, zu der er gar nicht gehört

Das wirklich Kuriose daran ist aber, dass der Singapore Sling allein nach seiner Definition gar kein Sling ist… noch nicht einmal, wenn man alle Augen zudrückt.
Cocktail-historisch betrachtet sind Slings die grundlegendste Form von Mixgetränken.

Ein Sling sollte besteht in seinem Urrezept aus Spirituose und Zucker, Wasser und Muskat, wobei Muskat eher optional ist.

Das Rezept des Singapore Slings aus den 1930er Jahren, stellt man hingegen eher ein Sammelsurium an den verschiedensten Zutaten, die mit einem Sling absolut nichts mehr zu tun haben. Mehr noch: die Rezeptur verlangt sogar nach einem Bitter (!), dem Markenzeichen der Konkurrenz.

Ok, es ist abgesehen von der Sling-Kategorie ziemlich schwierig den Singapore Sling irgendeiner klassischen Cocktail Kategorie zuzuordnen. Mit seinen acht Zutaten ist dies auch fast unmöglich.

Genauso ist das aber auch beim Straits Sling. Hier gibt es aber einen ganz entscheidenden Unterschied: die ursprüngliche Rezeptur dieses Drinks verlangt nach Kirschwasser bzw. einer trockenen Spirituose mit Kirscharoma. In seiner modernen Variante wurde dies aber auch durch Kirschlikör ersetzt und sein Geschmack ist eindeutig süßer.

Singapore Sling

Aber jetzt zum Rezept des modernen Singapore Sling

Singapor Sling… fruchtig-leicht und ein Hauch bitter
 
Zutaten
  • …für ein Gläschen
  • 6 cl Gin
  • 2 cl Kirschlikör/Maraschino, besser traditioneller dänischen Cherry Heering (ist nicht so süß, dafür schöne Mandelnoten)
  • 0,5 cl Cointreau
  • 0,5 cl Dom Bénédictine
  • 1 cl Grenadine
  • 2 cl Limettensaft
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 10 cl Ananassaft

  • Eiswürfel
  • Maraschino Kirschen/frische od. gefrorene Kirschen
Zubereitung
  1. So geht‘s
  2. Du gibt’s alle Zutaten mit den Eiswürfel in den Shaker und shakest es gute 15 Sekunden. Anschließend seist Du das Ganze in ein vorgekühltes Highball-Glas auf neuen Eiswürfel ab. Anschließend dekorierst Du das Ganze mit einer Maraschino-Kirsche oder ganz klassisch mit einer Scheibe Ananas.

  3. Zum Wohl!

Sooo, das war’s für heute schon wieder…
Ich mag den Singapore Sling ziemlich gerne und freu mich immer einen zu trinken 🙂

Singapore Sling

Zum Weiterlesen gibt es heute das hier:

Ich wünsche Dir ein traumhaftes Wochenende, hoffentlich mit ganz viel Sonne und lieben Menschen, gutem Essen und natürlich Cocktails J.

Lass es Dir gut gehen 🙂

Dicker Schmatzer
Julia

P.S.: Warum gibt es hier keine Altersfreigabe!

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