Elsässer Flammkuchen – Original und unverfälscht, oh mon Dieux

Dieser Beitrag ist sowas von überfällig… wenn Du hier schon fleißig gelesen hast, weißt Du, wo meine Wurzeln sind und die sind schon fast ein wenig blau weiß rot… Die Liebe zu Frankreich und der französischen Küche kommt immer wieder in dem ein oder anderen Rezept hier durch und deshalb gibt’s heute auch ein Rezept für original Elsässer Flammkuchen

Dazu kommt, dass der Flammkuchen ganz wunderbar in mein Konzept passt: aus wenigen, aber guten Zutaten etwas absolut Leckeres zu machen.

Vorangestellt die Frage: Gibt es denn eigentlich DEN original Elsässer Flammkuchen?

Elsässer Flammekuchen

Einfach ist oft am Besten

Der einfache, klassische Flammkuchen nach Art der Elsässer Hausfrauen ist mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten bei den unglaublichen Phantasien zahlreicher Köche und Hobbyköche, die dazu geführt haben, dass man mit ständig neuen Kreationen daherkommt und der Flammkuchen eigentlich mehr an eine Pizza bianco als an einen Flammkuchen erinnert.

Elsässer Flammekuchen

Klassischer Elsässer Flammkuchen

Wenn Du aber schon öfter hier gewesen bist, weißt Du, dass es klassisch bleibt. Beim Belag, aber auch beim Teig. Die ganz einfache und schlichte Variante: Mehl, Wasser, Salz für den Teig, für den Belag, saure Sahne, Zwiebel, Speck und Muskatnuss – sonst nichts.
Auch wenn sich eine ursprüngliche Variante für den Flammkuchenteig dem eh vorhandenen Brotteiges bedient, möchte ich Dir heute die Variante mit mit Wasser, Mehl und Salz zeigen.

Elsässer Flammekuchen

Extra gemacht: Super dünn und super sexy

Für klassischen Elsässer Flammkuchenteig gibt es unzählige Varianten… die beste  Variante, wie ich finde, ist auch die einfachste Variante ohne Hefe, nur mit Mehl, Wasser und Salz und er funktioniert wirklich gut. Ein klitzekleines Problem könnte es allerdings geben: das Ausrollen ist ein wenig dificill! Auch nach der üblicherweise angegebenen Ruhezeit von 20 – 30 Minuten ist der Teig schon noch etwas widerspenstig und zieht sich immer wieder zusammen… aber nur die Harten kommen in den Garten und gewinnt… und es lohnt sich sehr hier dran zu bleiben… Aber keine Panik, nach ein paar Minuten gibt der Teig auf und Du kannst ihn super dünn ausrollen, wie es sich für einen echten Elsässer Flammkuchen gehört…
Für diejenigen, die gerne vorbereitet sind, drängt sich der nächste Schritt geradezu auf: Du stellst den Teig her, lässt ihn ruhen, portionierst ihn, drückst die Portionen schön flach, damit er danach schneller auftaut, Du könntest ihn sogar schon ausrollen und ausgerollt einfrieren.
Ich hab die anderen klassischen Zutaten eigentlich immer zu Hause: Crème fraîche oder saure Sahne, Schmand geht auch, Speck und Zwiebeln, ein Wein ist eh immer im Haus, kann’s jederzeit losgehen und auch für unangemeldete Gäste bist Du so immer bestens gerüstet 😉

Elsässer Flammekuchen

Ab er was genau ist Elsässer Flammkuchen?

Betrachtet an das Wort genau sind es eigentlich zwei Wörter: Flamme und Kuchen. Umgelegt heißt das ein Kuchen, der über der Flamme gebacken wird. Und genau so ist es: Flammkuchen wurde früher im Holzbackofen gebacken, um zu testen, wie heiß der Ofen wirklich war. Das eigentliche Backgut nämlich war das Brot. Wurden die (Flammkuchen-)Teigfladen zu schnell dunkel, hat man mit dem Einschieben des Brotes noch gewartet. War der Flammkuchen noch zu hell, wurde noch einmal etwas Holz nachgelegt, um den Ofen hochzuheizen werden. Die ideale Temperatur für Flammkuchen beträgt ca. 350-400 °C.

Aber keine Sorge, auch im ganz normalen Haushaltsofen wird der Flammkuchen knusprig und richtig lecker. Welche Zutaten du brauchst und was für Tricks dir bei der Zubereitung des Flammkuchens helfen, erfährst gleich im Anschluss.

Flammkuchen wird auch „tarte flambée“ genannt. Auch in der benachbarten Pfalz oder in Baden wird er gerne belegt und kross ausgebacken.

Elsässer Flammekuchen

Gibt es den original Elsässer Flammkuchenteig?

Wie bei so vielen Traditionsgerichten, gibt es auch beim Flammkuchenteig viele Stimmen zum Originalrezept: Für einige wird nur aus dünn gerolltem Hefeteig ein echter Flammkuchen, andere experimentieren mit Tortillafladen, Yufka- oder Sauerteig. Und dann gibt es noch die Ölteig-Fraktion oder die Mehl-Wasser-Salz-Teig Variante.
Warum? Weil diese Teige die wenigsten Zutaten benötigen, sich unkompliziert kneten und ausrollen lassen und dazu noch im Ofen superknusprig werden.

Elsässer Flammekuchen

Hefeteig

Der Hefeteig ist wahrscheinlich der bekannteste unter den Flammkuchenteigen.
Er ist gut herzustellen und das Einzige, das vielleicht nicht so schön ist, ist seine lange Gehzeit. Aber die braucht Hefeteig eben, nur so wird der Teig so richtig schön fluffig.
Für 4 Portionen Flammkuchenteig mit Hefe verknetest Du 220 g Mehl mit ca. 120 ml warmem Wasser, 10 g Hefe, 1 Prise Zucker, Salz und 3 EL Olivenöl. Der Teig braucht  zum Gehen einen warmen Ort, um ca. 45 Minuten zu gehen.

Elsässer Flammekuchen

Ölteig

Auch sehr lecker und mein absoluter Favorit ist der Ölteig. Dieser Teig lässt sich auch ganz einfach herstellen: Wasser, Mehl, Salz, Ei und Olivenöl – mehr braucht es für deinen Ölteig nicht. Wenn Du es ein bisschen satter und reichhaltiger magst, gibst Du noch ein Eigelb dazu. Alle Zutaten werden gründlich miteinander verknetet und dürfen dann rund 30 Minuten ruhen.
Ein Tipp für Extra-Geschmeidigkeit: Pinsel Deinen Teig vor der Ruhephase nochmal mit Öl ein. Dann lässt er sich anschließend noch besser ausrollen.

Elsässer Flammekuchen

On the Top: Der Belag für Deinen Elsässer Flammkuchen

Eins vorweg: Auf den original Elsässer Flammkuchen kommt kein Käse – nein, auch wenn ich eine absolute Käseliebhaberin bin, hier ist er fehl am Platz!!!
On Top kommen nur eine Basis aus saurer Sahne, Schmand oder Crème fraîche,  Zwiebeln, Speck, Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Saure Sahne, Schmand oder Crème fraîche: Auf den echten Elsässer Flammkuchen gehört eine Schicht Crème fraîche. So sieht es das Original vor. Aber auch hier gibt es unglaublich viele Varianten: Das eine Rezept verwendet saure Sahne, das andere Schmand, ein anderes nimmt Crème fraîche. Ich nehme meistens saure Sahne.
Zwiebeln: Die wichtigste Zutat für den Elsässer Flammkuchen. Deshalb ganz mutig einmal eine Runde Zwiebeln schnibbeln. Traurige Sache, aber verdammt lecker. Schick sieht die Variante mit roten Zwiebeln aus.
Speck: kurz und schnittig: Elsässer Flammkuchen braucht richtig guten geräucherten Speck. Und ja, der Fettrand muss auch sein. Schließlich steckt hier das ganze Aroma drin. In Streifen schneiden – fertig!
Anders als bei einem klassischen Zwiebelkuchen werden die Zwiebeln bei einem original Elsässer Flammkuchen nicht angeschwitzt, sondern kommen roh auf den Teig.

Elsässer Flammekuchen

So bekommst Du hauchdünnen Flammkucheteig

Roll den Teig am besten direkt auf dem Backpapier aus, so kannst Du Risse beim Umsetzen auf das Backblech vermeiden.
Deinen Teig lässt sich auf Zimmertemperatur gekühlt wesentlich leichter ausrollen.
Hefeteig kann eine echte Diva sein und zieht sich beim Ausrollen gerne zusammen. Gönn ihm immer wieder ein wenig Ruhe
Trick 17: Wenn Dir eine runde Form nicht so wichtig ist, kannst Du ovale, schmale Teiglinge mit der Nudelteigmaschine ausrollen.

Richtig echte Flammkuchenliebe kennt absolut keine Saison. Auch wenn die eigentliche Saison für Flammkuchen im Herbst ist, darf der dünne Teigfladen mit Topping aus meiner Sicht ganze 365 Tage auf den Tisch kommen. Ok, das ist ehrlicherweise ein klitzeklein bisschen übertrieben 😉
Aber Flammkuchen ist absolut vielseitig: herzhaft klassisch mit Speck und Zwiebeln, exotisch mit Ziegenkäse und Feigen, Schafskäse und Oliven oder fruchtig und süß mit Obst. Bei Flammkuchen kommt so schnell keine Langeweile auf.

Elsässer Flammekuchen

Noch ein paar Gelingtipps für den Elsässer Flammkuchen

Das Topping

Die helle Schicht aus Sauerrahm, Schmand oder Crème fraîche muss mild und cremig sein. Sauerrahm bzw. saure Sahne hat mit mindestens 10 % einen geringen Fettanteil, flockt bei hohen Temperaturen manchmal aus. Wenn Du sicher gehen willst, solltest Du Schmand (24 bis 28 % Fett) oder Crème fraîche (mindestens 30 % Fett), verwenden, die sich bei Hitze weniger zimperlich anstellen.

Die Zwiebeln

Die Zwiebeln werden in schmale Halbmonde geschnitten und auseinander gezottelt auf dem Flammkuchen verteilt.

Der Speck

Am besten nimmst Du einen sehr aromatischer Räucherspeck, der ebenfalls in Streifen geschnitten wird.

Die Gewürze

Salz, Pfeffer, Muskat und zum Schluss ein paar frische Kräuter – das reicht schon völlig aus. Vorsicht beim Salz: Hier erstmal sparsam sein, denn der Speck ist bereits relativ salzig.

Das Backen

Elsässer Flammkuchen benötigt im Holzkohleofen ca. 350 bis 400 °C und ist schon nach wenigen Minuten kross. Im herkömmlichen Backofen braucht er bei 250 °C Umluft etwa 10-12 Minuten. So wird er extrakross:
Stell Deinen Backofen auf Maximaltemperatur und heiz ihn gründlich vor. Am besten ist es, wenn das Backblech dabei im Ofen mit aufheizt.
Gut sind auch Hilfsmittel wie beispielsweise ein Pizza-(Schamott-)steine Sie speichern die Temperatur und geben sie gleichmäßig an den Flammkuchen ab.
Alternativ kannst Du Flammkuchen auf dem Grill oder dem Beefer zubereiten. Der erreicht die hohen Temperaturen eines Holzkohleofens, die der Flammkuchen so liebt und lässt den Teig schön knusprig werden.

Elsässer Flammekuchen

Die Haltbarkeit

Flammkuchen lässt sich im Kühlschrank zwar über Nacht aufbewahren, aber der Geschmack und die Konsistenz leiden darunter.
Besser ist, wenn Du Deinen Flammkuchen stattdessen nach dem Backen einfrierst. Dann hält er sich mindestens 6 Monate. Dazu lässt Du den Flammkuchen vollständig abkühlen und verpackst ihn luftdicht z.B. in einen Gefrierbeutel, den Du verschließt. Willst Du ihn anschließend zubereiten, gibst Du ihn einfach nochmal in den Backofen. C’est ça 😉

Soooo, jetzt kommen wir zum Ende und es gibt das leckere Rezept

Origianlrezept für Elsässer Flammkuchen
 
Zutaten
  • ...für 2 Pizzableche oder ein großes Backblech
  • 200 g Mehl
  • 2 EL Öl
  • 100 ml Wasser
  • Salz
  • 200 g Sauerrahm, Crème fraîche oder Schwand
  • 200 g Zwiebeln, das sind ca. 4 mittelgroße Zwiebeln
  • 150 g Speck
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Gerne etwas Schnittlauch
Zubereitung
  1. So geht’s

  2. Aus Mehl, Öl, Wasser, Salz einen Knetteig herstellen; er darf sich nicht klebrig anfühlen. Am besten wird er, wenn Du ihn ca. 30 Minuten gehen lässt.

  3. Den Backofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

  4. Zwiebeln in dünne Halbringe schneiden.

  5. Speck ebenfalls in dünne, schmale Streifen schneiden.

  6. Teig sehr dünn ausrollen, mit Sauerrahm, Crème fraîche oder Schmand bestreichen.

  7. Die Zwiebeln und den Speck darauf verteilen.

  8. Im vorgeheizten Backofen auf höchster Stufe ca. 10 bis 15 Minuten backen, bis der Boden knusprig ist.

  9. Und das war’s schon 🙂

Sooo, jetzt sind wir durch und es gibt nur noch ein paar Tipps zum Weiterlesen

Sooo, nun sind wir durch und ich bin gespannt was Du so sagst… Hast Du auch ein Lieblingsrezept? Verrate es mir in den Kommentaren…

Freu mich drauf…

Ansonsten wünsche ich Dir eine traumhafte Woche, lass es Dir gut gehen und genieße das Leben 😉

Viele Grüße
Julia

4 Kommentare

  1. margot s.

    Vielen Dank für die vielen Infos zum Thema Flammkuchen!
    Bisher habe ich ihn immer mit Hefeteig zubereitet, aber ich werde die Variante mit/ohne 😉 Hefe testen.
    Grüße von der Nordseeküste,
    Margot

  2. Unglaublich, die Vielfältigkeit der Teige! Ich mache sehr gerne Pizza, Zwiebelkuchen seltener und Flammkuchen hatte ich erst ein bis zwei mal in den letzten 20 Jahren probiert! Vielen Dank für die umfasseneden Infos, ich werde alles durchprobieren, werde den Speck durch Rinderrauchfleisch ersetzen! Alles gute, sehr schön aufgemachte Seite! Lg Klaus

    • Liebe Klaus, Deine Nachricht macht echt Spaß zu lesen… genau deshalb habe ich mit dem Bloggen angefangen… ich wünsche Dir ganz viel Spaß bei
      ausprobieren… freu mich, wenn ich Dich zum Ausprobieren bewegen konnte… kochen und backen sind so wunderbar, um den Stress hinter sich zu lassen und abzuschalten… Danke Dir für Deine schöne Rückmeldung… Liebe Grüße Julia

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